Dipl. Ing.

Ingrid Lankenau

Badenstraße 9

18439 Stralsund

Tel     03831  -             70 34 43

Fax    03831  -             70 34 44

eMail stralsund@bueroblau.de

 

Bearbeitung

Dipl.-Ing. Frank Baumann

Dipl.-Ing. (FH) Marco Geisler

Dipl.-Ing. Ingrid Lankenau

cand. ing. Volker Schmidtke

 

 

 

 

 

Gemeinde Süderholz

Nutzungs- und Gestaltungskonzept

Historischer Ort Griebenow

10. Dezember 2001

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auftraggeber

Gemeinde Süderholz

Rakower Str.1

18516 Süderholz

Tel     038331              - 61 0

Fax    038331              - 61 125

eMail gemeinde@suederholz.de


Inhaltsverzeichnis

1.         Erläuterungen zur Vorgehensweise................................................... 2

2.         Heutige Situation und Rahmenbedingungen..................................... 3

2.1       Situation der Gebäude.......................................................................... 3

2.2       Städtebauliche Situation und planungsrechtliche Rahmenbedingungen...... 6

2.3       Potentiale der Ortsentwicklung und sonstige Rahmenbedingungen........... 7

3.         Vorbilder realisierter Projekte........................................................... 9

4.         Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten............................................ 12

5.         Schlussfolgerungen für die Nutzung der Gebäude und Freiflächen 18

5.1       Zielgruppen – oder: Die Kunden des Historischen Ortes......................... 19

5.2       Nutzungen – oder: die Produkte des Historischen Ortes......................... 19

6.         Gestaltungskonzept.......................................................................... 26

7.         Recherche nach Förderprogrammen............................................... 35

8.         Nächste Schritte zur Umsetzung...................................................... 35

9.         Anhang............................................................................................ 37

9.1       Interviewpartner.................................................................................. 37

9.2       Vorbilder realisierter Projekte............................................................... 38

9.3       Quellen.............................................................................................. 47

9.4       Ergebnisprotokoll der ersten öffentlichen Veranstaltung.......................... 49

 

 


1.                Erläuterungen zur Vorgehensweise

Die zukünftige Nutzung des „Historischen Ortes Griebenow“ muss durch mehrere Personen getragen und vorangetrieben werden. Hierzu sollte mit der Erarbeitung dieses Nutzungs- und Gestaltungskonzepts ein weiterer Impuls gesetzt werden, der die Motivation zur Entwicklung dieses Standortes verstärkt. In diesem Sinne ging es im Rahmen der Bearbeitung nicht um die Erstellung eines klassischen Gutachtens, in dem ein externes Büro Zielstellungen definiert und gut gemeinte Handlungsempfehlungen ausspricht. Ziel war vielmehr die Unterstützung eines Prozesses, in dem eine möglichst breite Verständigung aller Beteiligten sowohl über die besonderen Herausforderungen als auch über mögliche Entwicklungsstrategien und Lösungsansätze erreicht werden soll. Dieser Arbeitsansatz wird gewählt, da davon ausgegangen werden kann, dass die Wirksamkeit eines Nutzungskonzepts erhöht wird, wenn man die unterschiedlichen Akteure einer Ortsentwicklung schon während der Erarbeitung der Untersuchung gezielt einbezieht. Ein solches Vorgehen mobilisiert die Beteiligten, Kooperationsbeziehungen zu stärken oder neu aufzubauen, die zur Umsetzung des Konzepts elementar notwendig sind. Es erfordert eine bewusste Vorbereitung und den geplanten Einsatz aktivierender Methoden bei der Durchführung von Interviews oder der Gestaltung von öffentlichen Veranstaltungen.

 

Ausgehend von dem kooperativen Arbeitsansatz wurden zunächst Einzelgespräche mit ausgewählten Bewohner(inne)n der Gemeinde Süderholz sowie externen Expert(inn)en durchgeführt, mit denen Ideen und Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten ermittelt wurden. Im Vorfeld dieser Gespräche wurden Beispiele vergleichbarer Projekte zusammengestellt, um die Ideenvielfalt zu vergrößern. Die Ergebnisse der Gespräche wurden aufbereitet und auf einer ersten öffentlichen Sitzung dargelegt. Auf dieser Veranstaltung bildeten sich Projektgruppen, um weitergehende Überlegungen zur Konzeption und Vorbereitungen zur Umsetzung einzelner Vorschläge anzustellen.

Anschließend wurden auf einer Expertenrunde die Möglichkeiten von Behörden, Verbänden und regionalen Institutionen zur Unterstützung der Entwicklung des „Historischen Ortes“ und einzelner Nutzungsvorschläge geprüft.

Erste Ergebnisse aus der (eigenständigen) Arbeit der Projektgruppen wurden auf einer zweiten öffentlichen Sitzung vorgestellt und diskutiert. Dieses Zusammentreffen diente auch dazu, den ersten Vorschlag für das Gestaltungskonzept zu beraten. Anschließend wiude das endgültige Nutzungs- und Gestaltungskonzept unter Einbeziehung der geäußerten Ideen und Anregungen ausgearbeitet.

 

Im einzelnen wurden die folgenden Arbeitsschritte unternommen:

·     Auswertung vorhandener Gutachten und Materialien zum Ortsteil Griebenow

·     Sammlung und Zusammenstellung von Nutzungsmöglichkeiten vergleichbarer Objekte

·     Durchführung von persönlichen Gesprächen und Telefoninterviews mit etwa 35 Bewohner(inne)n und externen Expert(inn)en zur Sammlung von Nutzungsideen. Alle Gesprächspartner(innen) sind im Anhang aufgeführt.

·     Arbeitstreffen zu einzelnen Nutzungsideen

·     1. öffentliche Veranstaltung

-      Vorstellung des Arbeitsstandes zum Nutzungskonzept

-      Ideensammlung zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten

-      Bildung von Projektgruppen zu einzelnen Nutzungsvorschlägen

·     Expertenrunde mit Vertreter(innen) von Behörden, Verbänden und wichtigen regionalen Institutionen sowie Vertreter(innen) der Projektgruppen

-      Vorstellung des Arbeitsstandes zum Nutzungskonzept

-             Erörterung von Detailproblemen zur Umsetzung einzelner Nutzungsvorschläge

-             Ideensammlung zur weiteren Verbesserung der Nutzungsvorschläge

·     Bewertung der Nutzungsideen und Auswahl von Nutzungsvorschlägen für die Gebäude und Freiflächen

·     Recherche nach geeigneten Förderprogrammen zur Realisierung der Nutzungsvorschläge

·     Erarbeitung eines Entwurfes zum Gestaltungskonzept

·     2. öffentliche Veranstaltung

-            Präsentation des Arbeitsstands zu den einzelnen Nutzungsvorschlägen durch die Projektgruppen

-            Vorstellung und Diskussion des Gestaltungskonzepts

·     Überarbeitung des Gestaltungskonzepts

·     Übergabe des vorliegenden Abschlussberichts an die Gemeinde

 

Der gesamte Arbeitsprozess wurde möglichst eng mit den Aktivitäten für eine Süderholzer Lokale Agenda 21 verknüpft. So erfolgte eine separate schriftliche Einladung an alle Mitglieder der LA 21 – Arbeitskreise zu den öffentlichen Veranstaltungen. Die Agendabeauftragte der Gemeinde stand den Projektgruppen für Nachfragen und zur Unterstützung ihrer Arbeit zur Verfügung.

 

 

1.                Heutige Situation und Rahmenbedingungen

1.1            Situation der Gebäude

Die näher betrachteten Gebäude mit ihren Grundstücksgrenzen sind auf der Abbildung „Flurkarte (Ausschnitt) mit Gebäuden und Freiflächen“ hervorgehoben. Die Gebäude werden im folgenden näher beschrieben und auf Abbildungen wiedergegeben.

 

Turmscheune

Die Turmscheune besitzt eine Grundfläche von etwa 65 m x 20 m. Die Traufhöhe beträgt etwa 8 m, der First dürfte in ca. 10 m Höhe liegen. Das Dach wird von einem Ständersystem getragen, welches in einem Raster von ca. 6 m x 7 m aufgestellt ist. Die Ständer reichen über die gesamte Gebäudehöhe und sind auf dem Boden verankert. Der größere östliche Teil dient derzeit als Unterstand für Fahrzeuge und zur Lagerung von Materialien. In einem kleineren Gebäudeteil im Westen ist eine Zwischendecke eingezogen. Hier finden sich Werkstatt- und Aufenthaltsräume. Der südlich hinter der Scheune gelegene Grundstücksteil wird augenblicklich von dem Stützpunkt der Agrargesellschaft Kandelin genutzt.

Das Gebäude gehört der ehemaligen LPG (T) Griebenow Nord, die sich in Liquidation befindet. Der Kaufpreis für die Turmscheune einschließlich Grundstück wird mit rund DM 100.000,– angegeben.

Ein Gesprächspartner schätzt die Bausubstanz der Scheune als schlecht ein. Allerdings hat eine Nachfrage bei einem Greifswalder Architekturbüro und eine erste Besichtigung des Gebäudes die Einschätzung ergeben, dass das Bauwerk sanierungsfähig wäre. Ein erster sehr grober Kostenüberschlag ohne nähere Nutzungsangaben oder ein Sanierungskonzept haben Kosten zwischen DM 930.000,– (einfache Sanierung als kalte Halle ohne Ausbau) und DM 2,5 Mio. (komplette Sanierung inkl. Dämmung und nutzungsspezifischem Ausbau) ergeben [1].

 

Freifläche vor der Turmscheune

Die etwa 3.600 m2 Freifläche auf der Nordseite der Turmscheune gehört der Gemeinde. Im Dorferneuerungsplan werden die Kosten für eine Neugestaltung der Fläche auf DM 277.600,– geschätzt. [2]

 

Schmiede und Stellmacherei

Die ehemalige Schmiede und Stellmacherei weisen eine Grundfläche von etwa 35 m x 12,50 m auf. Vor kurzem hat die Gemeinde das Gebäude gekauft, um mit eigenen Baulichkeiten einen Beitrag zur Entwicklung des Ortes leisten zu können.  Für die notwendigen Aufräum- und Sicherungstätigkeiten (Dachdichtung) ist



 


Abbildung:      Flurkarte (Ausschnitt) mit Gebäuden und Freiflächen (ohne Maßstab)


Ansicht von Turmscheune und Vorplatz, ...

... des Kuhstalls und ...

... der Schmiede mit Stellmacherei von der Parkstraße aus.


Ansicht der Remise (ehem. Feier-
halle) mit Blick auf den Meuteturm

 

kürzlich eine ABM-Maßnahme bewilligt worden. Die Mitarbeiter dieser Maßnahme haben bereits erste Instandhaltungsarbeiten ausgeführt.

Die Kosten für die Sanierung der Schmiede / Stellmacherei werden mit rund DM 520.000,– veranschlagt. Hiervon entfallen DM 320.000,– auf den Mittel- und den westlichen Teil des Gebäudes, die zukünftig möglicherweise durch die freiwillige Feuerwehr genutzt werden könnten.[3]

 

Stall

Das Hauptgebäude des Stalls umfasst eine Grundfläche von etwa 48 m x 16 m. Im Erdgeschoss befinden sich die Stallungen, die Raumhöhe beträgt ca. 3,50 m. Das Dachgeschoss dient(e) als Futterlager. Das Gebäude weist einige Anbauten auf, die jedoch nicht erhaltenswürdig sind. Der Stall befindet sich in Privatbesitz und ist augenblicklich an einen Landwirten verpachtet.

Während der Erarbeitung des Nutzungskonzepts sah es zunächst so aus, dass die Tochter des Eigentümers das Gebäude für eine Tierpflegerpraxis und als Pferdestall umbauen will. Diese Pläne haben sich in der Zwischenzeit zerschlagen.

Ein (zugezogener) Anwohner aus der Nachbarschaft klagt derzeit gegen die Tierhaltung, die aus seiner Sicht mit einer (zu) hohen Lärm- und Geruchsbelästigung einhergeht.

 

Remise (ehem. Feierhalle)

Die ca. 14,50 m x 6,50 m große Remise weist eine Traufhöhe von etwa 3 m, eine Firsthöhe von ca. 9 m auf. Sie diente ursprünglich wohl als Unterstand für Kutschfahrzeuge. Zu DDR-Zeiten wurde sie umgebaut und bei Bestattungen als Feierhalle genutzt. Im Erdgeschoss befinden sich drei Räume, die – von Norden nach Süden betrachtet – vermutlich die folgenden Funktionen erfüllten: Aufbahrung, Trauersaal, Geräteraum.

 

 

1.2            Städtebauliche Situation und planungsrechtliche
Rahmenbedingungen

In Griebenow finden sich neben dem Schloss vor allem Wohn- und landwirtschaftliche Bebauung. Gewerbebetriebe sind hier nicht angesiedelt. Ein Gewerbegebiet befindet sich in Kandelin, weitere Gewerbeflächen sind in der Nähe der zukünftigen Autobahnabfahrten vorgesehen und werden derzeit planerisch im Zuge des Verfahrens zum Flächennutzungsplan vorbereitet.

 

Sowohl im gültigen Flächennutzungsplan als auch im Vorentwurf der derzeit in Bearbeitung befindlichen Fassung liegen Turmscheune, Stall und Schmiede / Stellmacherei innerhalb von gemischten Bauflächen. Die Remise (ehem. Feierhalle) befindet sich in einer Wohnbaufläche. Der gesamte historische Ort Griebenow liegt innerhalb der Trinkwasserschutzzone III. Für das Untersuchungsgebiet existieren keine rechtsgültigen Bebauungspläne und werden zur Zeit auch nicht erarbeitet.

Alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Daher sind für Umnutzungen und bauliche Veränderungen Genehmigungen bei der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuholen (vgl. § 7 Abs. 1 DSchG M-V). Darstellungen historischer Karten zeigen auf der Nord- und der Ostseite der Freifläche vor der Turmscheune ebenfalls Baulichkeiten [4].

 

In Klein-Bisdorf ist eine Autobahnanschlussstelle geplant, über die man von der BAB A 20 durch Griebenow nach Greifswald fahren wird. Die Fertigstellung wird etwa im Jahr 2003 hergestellt sein, die gesamte A 20 soll im Jahr 2005 ausgebaut sein. Bei Wüsteney ist eine Parkplatzanlage mit WC vorgesehen, der nächste Rasthof soll in Völschow angeordnet werden. [5]

 

Griebenow ist bislang nicht als Tourismusschwerpunktraum ausgewiesen. [6]

 

 

1.3            Potentiale der Ortsentwicklung und sonstige Rahmen-
bedingungen

Das Barockschloss Griebenow bildet bislang den Hauptanziehungspunkt des Ortes. Weiterhin sind die Deck- und Besamungsstation und der 15seitige Kapellenbau zu nennen.

 

Nach Angaben des Vereins „Barockschloss zu Griebenow e.V.“ besuchten im Jahr 2000 etwa 20.000 Besucher die Veranstaltungen im Schloss. Höhepunkte des kulturellen Jahresprogramms sind u.a. die Koeppen-Nacht im Juni, Open air - Konzerte auf der Schlossinsel (z.B. im Rahmen der Greifswalder Bachwoche Greifswald und mit dem Universitätssinfonieorchester Greifswald) und Konzerte im Rahmen des Musiksommers Mecklenburg-Vorpommern. Mittelfristig ist vorgesehen, im Schloss einen Tagungsbetrieb zu eröffnen.

 

Als Außenstelle des Landgestüts Redefin wird in Griebenow eine Deck- und Besamungsstation betrieben, in der 130 – 140 Stuten pro Jahr gedeckt werden. Dies erfolgt in der Zeit zwischen 15.2. und 15.7. jeden Jahres. Dabei besuchen die Pferdehalter die Station bis zu 5 Mal innerhalb von 10 Tagen. Sie übernachten jedoch in der Regel nicht, sondern fahren am selben Tag an ihren Herkunftsort zurück.

Für einige Halter könnten Gastboxen einschließlich Betreuung und Pflege der Stuten während dieser 10 Tage interessant sein. Dadurch könnten sie sich die mehrfache Fahrt innerhalb weniger Tage ersparen. Etwa fünf Boxen werden für sinnvoll gehalten. [7] Die örtliche Verfügbarkeit eines Tierarztes mit Pferdekenntnissen wäre eine weiteres nützliches Angebot, welches allerdings nicht als vordringlich angesehen wird.

Der derzeitige Pachtvertrag der Deck- und Besamungsstation mit den Grundstückseigentümern aus Schleswig-Holstein läuft bis zum Jahr 2005.


Augenblicklich gibt es keine Unterkunftsmöglichkeiten (Hotel, Pension, Privatzimmer, Ferienwohnung) in Griebenow [8]. Jedoch laufen bereits seit etwa 2 Jahren Planungen für Übernachtungsmöglichkeiten im Wirtschaftsgebäude des Schlosses. Dort sollen Beherbergungskapazitäten für etwa 60 Personen geschaffen werden. Der Baubeginn hat sich mehrfach aufgrund von Schwierigkeiten bei der Antragstellung von Fördermitteln verzögert. Er ist jetzt für Februar 2002 vorgesehen, die Fertigstellung könnte bis Ende 2003 erfolgen [9].

 

Weiterhin bestehen keine gastronomischen Einrichtungen im Ort. Der Schlossverein bemüht sich seit einiger Zeit um die Genehmigung für einen Cafébetrieb. Sobald diese vorliegt, sollte die Ausstattung der Räumlichkeiten weiter verbessert werden (u.a. Mobiliar, Beleuchtung). Außerdem soll im Souterrain des Schlosses eine Gastronomie untergebracht werden. Auf der Expertenrunde wurde zu diesen Planungen angemerkt, dass eine Lage „im Keller“ den Vorstellungen vieler Gäste voraussichtlich nicht entsprechen würde.

 

Mit der Restaurierung der Orgel in der Griebenower Kapelle, die für das Jahr 2003 vorgesehen ist, wird die Kapelle an Anziehungskraft gewinnen. Dann sollen dort neben Lesungen auch Konzerte stattfinden.

 

Auf dem Betriebsgelände der Essbaren Landschaften in Boltenhagen (bzw. bei schlechtem Wetter im Schloss Griebenow) findet jedes Jahr am 2. Wochenende im September das Fest „LePomm“ statt, welches im letzten und in diesem Jahr von etwa 300 Personen besucht wurde. Der Eintrittspreis dieser kulinarischen Veranstaltung mit Spitzenköchen aus der Region liegt bei DM 99,– pro Person.

 

Im Rahmen des Süderholzer Agendaprozesses soll ein Fahrradrundweg zu den touristischen Highlights der Gemeinde geschaffen werden. Der Ausgangs- und Endpunkt soll in Griebenow liegen, wo ein „Park & Bike – Parkplatz“ zum Wechseln der Verkehrsmittel angelegt werden soll.

 

Während das Behindertenheim in den nächsten Jahren vom Schlossgelände nach Grimmen umsiedeln wird, bleibt der Altenpflegestandort in Griebenow mit 52 Plätzen erhalten. Eine Erweiterung ist jedoch nicht vorgesehen. Auch ergänzende Nutzungsangebote werden zur Zeit nicht für erforderlich gehalten. [10]

 

Landwirtschaft

Im Vordergrund der landwirtschaftlichen Produktion stehen pflanzliche Produkte. Tierhaltung findet nur in einer Schweineanlage und bei einigen privaten Landwirten statt. Im Einzugsbereich des Bauernverbandes Grimmen bestehen eine Reihe von Betrieben, die Direktvermarktung betreiben. Hierzu sind u.a. zu zählen [11]:

·     Natur- und Arche-Hof Ludwig, Fäsekow (Eier, Kartoffeln, Obst, Felle, Wolle, Wassergeflügel),

·     ÖBIK Krummenhagen, Elmenhorst (Milch, Käse, Rindfleisch und –wurst),

·     Papenhagener Landprodukte GmbH (Kartoffeln),

·     Gärtnerei Querbeet, Griebenow (Kräuter, Gemüse, Wolle),

·     Michael Tober, Berghof (Obst, Gemüse, Kartoffeln, Rind-, Schaf-, Schweine­fleisch).


2.                Vorbilder realisierter Projekte

·     Alle genannten Projekte liegen in Orten im ländlichen Raum.

·     Die genannten Nutzungsideen sind im Prinzip mit investiver Regionalförderung durchführbar bzw. direkt förderfähig. Sie sind im Prinzip ABM-fähig.

·     Die folgende Darstellung ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nach Einzelnutzungen gegliedert. Trotzdem ergibt sich auch aus den untersuchten Beispielen, dass Einzelnutzungen in einem Gesamtkonzept verknüpft sein sollten.

·     Zu Standardnutzungen wie Ausbau von Wohnungen, Ferienwohnungen, Pension, herkömmliches Restaurant, Cafe, Jugendclub, Seminarhaus etc. wurden keine Beispiele aufgenommen. 

 

 

Nutzungsideen

Beispiele

Gebäude

(Vornutzung)

Lage

(Entfernungen sind Orientierungswerte)

Regionalmarkt

(regionale landwirtschaftliche u. handwerkl. Produkte)

 

Scheune Bollewick

(incl. Fischräucherei, Kräuterladen etc.), regelm. Marktfest

sehr große Feldstein­scheune

6 km à Müritz

 

Alte Brennerei Ganzlin

Alte Brennerei

5 km à Plauer See

 

Ökospeicher Wulkow

Großes Spei-chergebäude

80 km à Berlin,

10 km à Frankfurt / O.

 

und viele andere

 

 

(Lager, Zentrale einer) -qualitäts-orientierte(n)- Erzeugergemeinschaft

Prignitzer Weiderind e.V.

(Vertrieb auch über das Internet)

 

Prignitz

 

Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall

 

Hohenlohe

 

und viele andere

 

 

(Lager, Zentrale einer) Regionale(n) Vermarktung

Regionaler Markt, Reinstädt

(mit ‚Reinstädter Landmarkt‘ als Leistungsschau)

(Platz vor) ‚Kemenate‘

20 km à Jena

 

Ökomarkt Werratal/Thüringen GmbH‘ mit Logistikzentrum, Lager etc.

(hier: Neubauten)

20 km à Suhl

Regionalfleischerei

Scheunenhof Sundhausen

Hofgebäude

7 km à Bad Langen-salza, 35 km à Erfurt

lokale Fleischverarbeitung mit Imbißgaststätte

Gemeinde Proschim

 

 

30 km à Cottbus

regionale Spezialmolkerei

Scheunenhof Sundhausen

Hofgebäude

7 km à Bad Langen-salza, 35 km à Erfurt

Schauwerkstätten für traditionelles Handwerk

 

Scheune Bollewick: Korbflechter, Weberei, Schmiede, Kerzenzieherei, Töpferei; Einkaufsmöglichkeit

sehr große Feldstein­scheune

6 km à Müritz

Schauglashütte

Glaswerkstatt Annenwalde

Scheune

70 km à Berlin

Werkstatt Spinnen und Weben

Stätte des lebendigen Handwerks Großliebringen

Dorfschmiede

25 km à Erfurt

Leinen- und Filzmanufaktur

Ülepüle Retzow: Stätte des lebendigen Handwerks mit Laden, Führungen und Kursangebote

Ernhaus

10 km à Plauer See

"produzierendes technisches Denkmal" (ggf. spätere Ausgründung in den 1. Arbeitsmarkt)

Ziegelei Benzin: Ziegelherstellung

Ziegelei

15 km à Plauer See

 

und viele andere Stätten traditionellen Handwerks

 

 

Vermietung: Büronutzung

Kunstmühle Kleinhettstedt

Mühlenkomplex

25 km à Erfurt

Vermietung an Betriebe, die ökologischen Grundgedanken verfolgen

Ökospeicher Wulkow

Großes Spei-chergebäude

80 km à Berlin, ca. 10 km à Frankfurt / O.

Ateliers für Kunststudenten

Kunstmühle Kleinhettstedt

Mühlenkomplex

25 km à Erfurt

Ateliers / Unterkunft für Malgruppen etc.

Rittergut Bandelstorf

Rittergut

10 km à Rostock

Ateliers

Gutsanlage Ehmkendorf

Gutsanlage

25 km à Rostock

Ateliers und Werkstatträume

Künstlerhaus Bärensprung

Gutsanlage

18 km à Pritzwalk

Holzwerkstatt mit (alten) Geräten zur Selbstnutzung

Rittergut Bandelstorf

 

Rittergut

10 km à Rostock

Telearbeitsstätten

Telehaus Lindwedel

 

 

Regionalausstellung

Scheune Bollewick

sehr große Feldstein­scheune

6 km à Müritz

 

Haus Pelitzwerder Brodowin

 

80 km à Berlin

Landtechniksammlung

Scheunen Proschim

Scheunen

30 km à Cottbus

tourist. Information & Dienstleistungen

Alte Brennerei Ganzlin

Alte Brennerei

5 km à Plauer See

Ausstellungen

Alte Brennerei Ganzlin

Alte Brennerei

5 km à Plauer See

 

Kulturscheune Woldzegarten: Ausstellungsfläche

Scheune mit Walmdach

7 km à Müritz

Kunst- und Skulpturenpark

Künstlerhaus Bärensprung: Workshops bspw. mit Kindern aus Umgeb. ließen Skulpturen entstehen

Gutspark

18 km à Pritzwalk

Konzerte

Kulturscheune Woldzegarten: ungedämmter Dachraum

Scheune mit Walmdach

7 km à Müritz

 

Festspielscheune Ulrichshusen

Scheune

5 km à  Malchiner See, 15 km à Waren (Müritz)

 

und viele andere

 

 

Kulturzentrum

Ökospeicher Wulkow

großes Spei-chergebäude.

80 km à Berlin, ca. 10 km à  Frankfurt/ Oder

Kultur- und Begegungszentrum: Räume und kulturelle Angebote für und von Vereinen, Schulklassen, Chören ...

Begegnungsstätte Knau:

u.a. Musik-, Spiel- und Bastelwerkstatt, kreatives Arbeiten, Laienspiele

Pfarrhaus und Scheune

25 km à Saalfeld, im Naturpark

Kultur- und Begegnungszentrum

Künstlerhaus Bärensprung

Gutsanlage

18 km à Pritzwalk

Sozio-kulturelles Zentrum für Senioren

Sozio-kulturelles Zentrum für Senioren Thal

 

10 km à Eisenach

Bildungsstätte

Ökospeicher Wulkow

großes Spei-chergebäude

80 km à Berlin, 10 km à Frankfurt/ Oder

Bildungsstätte (Weiterbildungsangebote für Kunstlehrer)

Künstlerhaus Bärensprung

 

Gutsanlage

18 km à Pritzwalk

'Akademie für natürliches Bauen'

Alte Brennerei Ganzlin

Alte Brennerei

5 km à Plauer See

 

und viele andere Seminar-/Bildungsstätten

 

 

Internettreff für Jugendliche

Internettreff Donndorf

 

20 km à Querfurt

einfache Übernachtungsmöglichkeiten (keine klassischen Bettenkapazitäten)

Gutshaus Klein-Dammerow

Dachboden eines Gutshauses

15 km à Plauer See

Landschulheim

Landschulheim Schwarzkollm

Ehem. Gebäude der LPG

60 km à Dresden, Landschaftsschutzgebiet

Reiterhof und Pension

Gut Ringhofen, bei Mühlberg

Herrenhaus, Scheune, Speicher, Stallungen

20 km à Erfurt

 

Reiterhof Brodowin

 

80 km à Berlin

 

und viele andere

 

 

Reiterhof auch für behinderte Kinder

Reitstation Quellentalhof

Gehöft

30 km à Kassel

Wanderreitstation

Reitstation Quellentalhof

Gehöft

30 km à Kassel

 

Reiterhöfe Landkreis Mühldorf: in Zusammenarbeit mit Direktvermarktern

 

75 km à München

Partyservice

Bauernscheune, Bösleben

Scheune

17 km à Erfurt

Fahrradverleih

Alte Brennerei Ganzlin

Alte Brennerei

5 km à Plauer See

Haustiergarten

Scheune Bollewick

sehr große Feldsteinsch.

6 km à Müritz

 

Scheunenhof Sundhausen

Hofgebäude

7 km à Bad Langensalza, 40 km à Erfurt

Kinderbauernhof

Kinderbauernhof  Auterwitz (Teil des Umweltzentrums Auterwitz)

Hofgebäude

nahe Döbeln, 20 km à Meissen

Psychiatrische Einrichtung

Land in Sicht e.V., Wallmow:

Einrichtung mit Bauernhof, Werkstätten etc.

 

 

Biomasse-Heizkraftwerk

Biomasse-HeizKW Ostritz-St. Marienthal

 

zw. Görlitz und Zittau

Strohheizwerk(auch Gebäude zur Strohlagerung benötigt)

Schkölen

(hier: Neubau)

 15 km à Naumburg

Hackschnitzelheizwerk

Wulkow

Stallgebäude

80 km à Berlin, 10 km à Frankfurt/ Oder

 

und viele andere

 

 

Workcamps

(Umbau, Renovierung etc. durch Jugend-gruppen, Unterbringung meist im betr. Gebäude)

(zukünftiges) Jugend- und Tagungshaus Gosselding

Einödhof

25 km à Mühldorf / Inn

 

(zukünftiges) Kunst- und Kulturzentrum Drochtersen-Hüll

Scheune

18 km à Stade

 

und viele andere

 

 

 

Weitere Informationen zu den Beispielprojekten finden sich im Anhang.

 

 

Zur Realisierung eines Projektes ist es wesentlich, dass es von einem oder mehreren Akteuren maßgeblich vorangetrieben wird. 28 Beispielprojekte wurden daraufhin genauer betrachtet, um die entscheidenden Akteure oder Akteursgruppen zu identifizieren:

·     Örtliche private Engagierte / Unternehmer                            bei 20 Projekten

·     Engagierte / Unternehmer von ausserhalb                            bei 6 Projekten

·     Bürgermeister                                                                   bei 11 Projekten

·     Verein zur Fördermittel-Akquise                                          bei 7 Projekten

·     Zuständiges Arbeitsamt                                                     bei 5 Projekten

·     Sonstige örtliche Institutionen                                             bei 2 Projekten.


3.                Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten

Im Verlauf der Gespräche und Recherchen wurden für den Historischen Ort Griebenow die folgenden Nutzungsmöglichkeiten genannt:

1.       Barocke Reitakademie

2.       Vermarktungszentrum für hochwertige vorpommersche Lebensmittel

3.       Bauernmarkt / Hofladen / Kunsthandwerkermarkt / Verkauf Pommernkeramik

4.       Kulturscheune mit Konzert- / Veranstaltungsraum

5.       Museums- und Selbsthilfewerkstatt / Kunstschmiede

6.       Schulungszentrum / Ländliches Kommunikations- und Entwicklungszentrum

7.       Ausstellung und Angebot von historischen Baumaterialien und Bauweisen

8.       Landwirtschaftliches Lohnunternehmen

9.       Freiwillige Feuerwehr

10.   Kreatives Jugendzentrum

11.   Vorschläge von Jugendlichen: Restaurant – Veranstaltungsraum – Sporthalle – Freibad

12.   Sonstige Nutzungsideen mit Bezug zum Historischen Ort Griebenow

Diese Vorschläge werden im folgenden näher erläutert und dargestellt.

 

 

Barocke Reitakademie

Um den immer höheren Leistungsanforderungen des olympischen Sports gerecht zu werden, wird den Pferden immer weniger Zeit zum Heranwachsen gelassen. Vielmehr beginnt die Reitausbildung in zunehmend jüngerem Alter. Gegen diese Entwicklung regt sich mehr und mehr Kritik in Reiterkreisen, so dass Alternativen auf einen fruchtbaren Boden fallen. Die barocke Ausbildung lässt den heranwachsenden Pferden mehr Zeit und setzt andere Schwerpunkte in der Arbeit mit dem Tier. Wendigkeit und Grazie sind eher gefragt als Schnelligkeit und Sprungkraft. Für diese Ausbildungsrichtung existieren zwar bereits einige Einrichtungen (u.a. Angebote auf Rügen und Usedom), die Kulisse der barocken Anlage des Historischen Ortes Griebenow und des Barockschlosses würden jedoch für eine barocke Reitakademie einen einmaligen Rahmen abgeben [12].

Die klassischen Pferderassen für die barocke Reiterei kommen zwar von der iberischen Halbinsel, die Ausbildung kann aber auch mit Warmblütern vorgenommen werden. Mittelfristig wäre auch vorstellbar, wieder historische Pferderassen zu züchten.

Zum Aufbau einer Barocken Reitakademie müsste als erster Schritt ein Realisierungskonzept einschließlich eines Kosten- und Finanzierungsplans erstellt werden. Einen zentralen Bestandteil muss die Abschätzung der Nachfrage bilden. Auch ein Reitangebot für Kinder sollte geprüft werden. Handelt es sich bei den Kunden eher um die Klientel „Reisegruppe“ oder um „Mitglieder von Rotary-Clubs“? Nach der Definition der Zielgruppe muss

-    eine angemessene Unterbringung (5-Sterne-Hotel im Schloss?) und

-    ein (gehobenes) gastronomisches Angebot ermöglicht werden.

Die Griebenower müssen hinter einer solchen Entwicklung stehen und die Gestaltung des Ortes muss entsprechend ausgerichtet werden. Ansonsten sind Konflikte innerhalb der Bevölkerung und mit den Kunden vorprogrammiert.

Im nächsten Jahr soll eine Aufführung eines barocken Rossballetts auf der Schlossinsel durchgeführt werden. Als zweite Stufe bis zur Realisierung einer barocken Reitakademie könnte im Jahr 2003 eine etwa achtwöchige Sommerakademie veranstaltet werden, die bereits Ausbildungsmöglichkeiten bietet. Hierfür wären Mindestvoraussetzungen für die Reitinfrastruktur zu schaffen (z.B. Aufbau eines Zeltes für einen regensicheren Reitplatz).

Die Sommerakademie könnte in ein Barockfestival eingebettet werden. Hierfür müssten ca. ein Jahr im Voraus Werbemaßnahmen gestartet werden.

Eine Gesprächspartnerin empfiehlt, dass die Reithalle von einem Reitverein getragen und bewirtschaftet wird, um eine neutrale Instanz bei denkbaren Konflikten zwischen einzelnen Nutzern zu schaffen.

 

Für einen herkömmlichen Reiterhof oder eine Reithalle wird kein Bedarf gesehen. Vielmehr ringen die zahlreichen bestehenden Einrichtungen – um Greifswald existieren 4 Reiterhöfe – bereits um ihr Bestehen.

 

 

Vermarktungszentrum für hochwertige vorpommersche Lebensmittel

Denkbar wäre die Vermarktung von hochwertigen vorpommerschen Lebensmitteln für die Gastronomie der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, mittelfristig auch nach Berlin und Hamburg. Mangels Angeboten werden hierfür bislang großenteils qualitativ weniger anspruchsvolle Produkte verarbeitet. Im Zentrum dieser Idee steht nicht der Absatz von Waren aus Griebenow bzw. Süderholz, sondern der Umschlag von Lebensmitteln, die eine besonders hohe Qualität (und einen hohen Convenience-Grad [13]) aufweisen. Einige der denkbaren Erzeugnisse wären Wild, Wachteln, Fasane, Enten, Tauben, Poullarden, Fische, Kartoffeln, Gemüse, Obst etc. In einer Umfrage durch die Bauernverbände Grimmen und Ribnitz-Damgarten werden Preisvorteile und das Angebot von Spezialitäten als wesentliche Vorteile einer Direktvermarktung durch die befragten Gastronomen benannt. Restaurants mit einer durch Regionalität und Frische ausgezeichneten Unternehmensphilosophie sind einer Direktvermarktung gegenüber ebenfalls aufgeschlossen [14]. Durch ein ausgeklügeltes Logistikkonzept müsste eine verlässliche, nach Möglichkeit tägliche Lieferung gewährleistet werden.

Denkbar wäre eine Vermarktung in Kommission oder als Handelsunternehmen. Die Anpassung der Produktionskapazitäten benötigt etwa 2 – 3 Jahre, bis die Anbieter die neue Absatzmöglichkeit voll nutzen können. Eine regelmäßige Lieferung durch die Anbieter nach Griebenow wird aus Gründen der Arbeitsbelastung als schwierig eingeschätzt. Um die Nachfrage und das Marktrisiko abschätzen zu können, wurde dieser Nutzungsvorschlag auf einem Treffen der Hotelkooperation „Sterne vom Darß“ diskutiert. Dabei standen die folgenden Fragen im Mittelpunkt:

·     Welche Erwartungen müsste ein Vermarktungszentrum erfüllen?

·     Welche Waren müsste es anbieten?

·     Welche Warenmengen müssten geliefert werden können?

·     Welche Preise dürften nicht überschritten werden?

·     Wie häufig müsste geliefert werden?

Weiterhin führte die Firma Essbare Landschaften GmbH eine erste Erhebung bei Chefköchen in der Region Fischland – Darß – Zingst durch, deren Ergebnisse Ende Oktober 2001 vorlagen. Im Ergebnis ist die Nachfragesituation aus den folgenden Gründen zurückhaltend zu beurteilen:

·     Großhändler gewähren ihren Kunden zum Ende des Jahres Gratifikationen, die sich nach der Höhe des jeweiligen Umsatzes richten. Daher haben die Chefköche ein Interesse, ihren Umsatz bei bestimmten Unternehmen zu konzentrieren, um in den Genuss eines möglichst hohen „Rabattes“ zu gelangen. Konkurrierende Anbieter haben unter diesen Bedingungen einen schweren Stand.

·     In den letzten Jahren ist die Zahl der regionalen Erzeuger, die als Lieferanten tätig waren, von rund 30 auf etwa 5 zurückgegangen.

·     Zwar ist der Umsatz des Jahres 2001 auf dem Niveau der Vorjahre geblieben, allerdings bei Bewirtung einer größeren Anzahl von Gästen. Die Zielgruppe der „Gourmets“ scheint sich zurückzuziehen. Damit verbunden ist ein höherer Arbeitsaufwand der Gastronomiebetriebe und eine geringere Elastizität für höherer Preise. Anspruchsvolle Gerichte unter Einsatz hochwertiger Nahrungsmittel (mit höheren Preisen) dürften daher nicht so leicht durchzusetzen sein.

Nach Vorliegen dieser ersten Ergebnissen scheint die Erarbeitung einer fundierten Marketing- und Logistikkonzeption entscheidend für die weitere Konkretisierung dieses Nutzungsvorschlags zu sein. Dabei sollten auch die Anbieter (Süderholzer Landwirte und engagierte Landwirte außerhalb der Gemeinde) einbezogen und geklärt werden, ob sie ein der Nachfrage entsprechendes Angebot sicherstellen können. Hierzu könnte ein „Runder Tisch“ veranstaltet werden.

Es ist zu prüfen, ob eine Umsetzung – z.B. für die Einlagerung von Gemüse für die Wintermonate – mit Unterstützung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme erfolgen könnte. Der erforderliche Investitionsaufwand dürfte allerdings nur mit Unterstützung des Landes aufzubringen sein. Hierzu sollte ein konkretisierter Projektvorschlag den verschiedenen Ministerien in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt werden.

 

 

Bauernmarkt / Hofladen / Kunsthandwerkermarkt / Verkauf Pommernkeramik

In einer Umfrage des Strukturfördervereins „Trebeltal“ zur Errichtung eines Bauernmarktes sprechen sich 97% der 345 Befürworter eines Marktes für Grimmen als Marktplatz aus. [15] Auch wenn die Fragestellungen in der Umfrage dieses Ergebnis eher befördert und alternative Marktstandorte benachteiligt haben, kann man aus dem Resultat tendenziell eine schlechte Akzeptanz eines Marktes in Griebenow ableiten. Auch einer der Gesprächspartner schätzt die Tragfähigkeit für einen herkömmlichen Bauernmarkt kritisch ein. Bessere Chancen werden einem besonderen, auch exklusiven Angebot eingeräumt. Dementsprechend müssten der Innenausbau und das äußere Erscheinungsbild der Gebäude hohen (ästhetischen und funktionalen) Anforderungen genügen.

Der örtliche Gartenbaubetrieb hält die Eröffnung eines Ladens zur Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte vor dem Hintergrund der Anbindung an die A 20 und der daraus resultierenden „Laufkundschaft“ für tragfähig. Er müsste allerdings in Kooperation mehrerer Betriebe getragen werden, um die Kosten für einen (neuen) Arbeitsplatz auf mehrere Schultern zu verteilen. Einige regionaltypische Produkte für die Vermarktung seien exemplarisch hervorgehoben:

·     Mecklenburger Hengstschluck (Kräuterschnaps),

·     Lammfleisch des Rauhwolligen Pommerschen Landschafs (Bezug: Hr. und Fr. Beil, Horst),

·     Ziegenkäse (Bezug: Hr. und Fr. Stühler, Sievertshagen).

Weitere für eine Direktvermarktung aufgeschlossene Betriebe sind mit ihren Produkten im Kapitel „Potentiale der Ortsentwicklung und sonstige Rahmenbedingungen“ genannt. Eine Reihe von Gesprächspartnern betonen, dass ein Markt nicht nur mit dem Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bzw. Lebensmitteln betrieben werden sollte, sondern beispielsweise auch Kunsthandwerk angeboten werden sollte. Denkbar wäre beispielsweise, die kürzlich von der Anklamer Grafik+Design-Schule rekonstruierte Pommernkeramik in Griebenow zu verkaufen. Auch „ein bisschen Spektakel“ würde die Attraktivität erhöhen. Werbung, u.a. durch eine gute Ausschilderung von der Landesstraße aus, wird als unabdingbar angesehen.

 

Vorstellbar wäre auch ein „kitchengarden“ nach englischem Vorbild: In einer historisierenden Gartenanlage werden Gemüse, Obst, Stauden und Gehölze präsentiert. Diese Produkte und weiterverarbeitete Lebensmittel können käuflich erworben werden. Die gesamte Anlage ist auf hohem Niveau gestaltet und bildet einen Zielpunkt für den Wochenend- oder Pauschaltourismus.

 

 

Erzeugergemeinschaften

 

Bei Erzeugergemeinschaften handelt es sich um „Zusammenschlüsse von Inhabern landwirtschaftlicher ... Betriebe, die gemeinsam den Zweck verfolgen, die Erzeugung und den Absatz den Erfordernissen des Marktes anzupassen“ (§ 1 Abs. 1 MStrG). Führungskräfte in Erzeugergemeinschaften verfügen i.d.R. über eine fundierte landwirtschaftliche Qualifikation. Im kaufmännischen Bereich besteht dagegen ein hoher Weiterbildungsbedarf. Der Einsatz von Marketinginstrumenten spielt in der Arbeit von Erzeugergemeinschaften eine zunehmend bedeutende Rolle. Die Steigerung der Produktqualität besitzt dagegen bislang einen untergeordneten Stellenwert. [16]

 

 

 

Kulturscheune mit Konzert- / Veranstaltungsraum

Angelehnt an die Scheune Bollewick bei Röbel an der Müritz könnte ein multifunktionales Gebäude geschaffen werden, in dem Läden, Flächen für Handwerksbetriebe und Büros sowie Räume für Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen untergebracht werden. Auch eine Gastronomie und eine Übernachtungsmöglichkeit (z.B. ein Hotel) könnten entstehen [17]. Ein Veranstaltungsraum könnte beispielsweise für größere Konzerte genutzt werden, die bei schlechtem Wetter von der Schlossinsel verlegt werden müssen. Auch in Grimmen besteht – nach Auskunft einer Gesprächspartnerin – bislang kein ähnlicher Veranstaltungsort, so dass von dort mit einer gewissen Nachfrage zu rechnen ist.

In Bollewick bleibt leider die Nachfrage nach Laden- und gewerblich nutzbaren Flächen hinter den räumlichen Möglichkeiten zurück. Mittelfristig könnte sich hieraus ein Problem für die Tragfähigkeit des Gesamtkonzeptes ergeben. Und im Unterschied zu der Scheune Bollewick liegt Griebenow nicht in einem der Hauptzielgebiete des Tourismus. Daher ist davon auszugehen, dass die Zahl der Besucher und die Attraktivität für Ladennutzer eher geringer sein dürften. Auch ist hervorzuheben, dass zumindest ein Teil der Nutzer in Bollewick ihren Betrieb bereits vor der Wiederherrichtung der Scheune besaßen und die Scheune „nur“ als Standort für ihren Betrieb nutzen. Ein funktionsfähiges Konzept setzt also die Bereitschaft bestehender Handwerksbetriebe, Werkstätten des Kunsthandwerks oder Künstlern voraus, ihre Aktivitäten an einen anderen Ort zu verlegen. Dabei könnten sie aber von dem höheren Bekanntheitsgrad eines gemeinsamen Standortes profitieren, der beispielsweise in den Schwerpunkträumen des Tourismus bekanntgemacht wird.

Die Phase der Sanierung und Wiederherstellung der Scheune Bollewick bietet weitere Anregungen für Griebenow. Mit starker Unterstützung aus dem 2. Arbeits­markt und Mitteln der Europäischen Union ist es gelungen, die größte Feldstein­scheune Deutschlands in kurzer Zeit wieder funktionsfähig zu gestalten. Hierbei haben sicherlich die Unterstützung durch den Landkreis Müritz und die Landespolitik von Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle gespielt.

 

 

Museums- und Selbsthilfewerkstatt / Kunstschmiede

Ein in Kandelin ansässiger Möbelrestaurator möchte seinen Betrieb verlagern und ist daran interessiert, in der Schmiede / Stellmacherei eine Holz- und Metallwerkstatt aufzubauen. Dabei plant er die Zusammenarbeit mit weiteren Handwerkern bzw. Künstlern. Im einzelnen sind die folgenden Aktivitäten vorgesehen:

·     Reparatur und Oberflächenbehandlung von Möbeln für drinnen und draußen,

·     Restauration von Antikmöbeln,

·     Planung, Gestaltung, Herstellung und Bau von Kinderspielplätzen und Spiel­geräten,

·     Restauration, Reparatur und Neuanfertigung von Pferdefuhrwerken, Kutschen und entsprechendem Zubehör [18],

·     Kunstschmiedearbeiten,

·     Hufbeschlag sowie

·     Fahrradverleih und –reparatur.

Von anderen Gesprächspartnern wurde weiterhin die Herstellung von Holzleitern, Leiter- oder Bollerwagen angeregt. Die Produktion soll mit vorhandenen bzw. vom Museum für Technik Berlin (Frau Dr. Wohlauf) bereitgestellten Maschinen bewerkstelligt werden. Diese alten Anlagen sollen an „Tagen der offenen Tür“ der Öffentlichkeit vorgeführt und erläutert werden. Gleichzeitig soll die Werkstatt unter Anleitung zu Selbsthilfearbeiten genutzt werden können.

Als Träger soll zunächst ein Verein fungieren, der noch zu gründen ist. Mittelfristig ist auch die Ausgründung eines Betriebs denkbar.

Eine Verknüpfung mit dem kreativen Jugendzentrum [19] wäre grundsätzlich möglich. Im Vorfeld müssten allerdings Versicherungsfragen und Aufwandsentschädigungen zur Betreuung der Jugendlichen geklärt werden.

 

 

Schulungszentrum – Ländliches Kommunikations- und Entwicklungszentrum

Von der Gesellschaft für Struktur- und Weiterbildungsforschung (GSW) liegt ein erstes Grobkonzept zur Gründung eines Ländlichen Kommunikations- und Entwicklungszentrums (LKEz) vor, mit dem die folgenden Bausteine verknüpft werden sollen:

·     Ein Ländliches Gewerbezentrum soll der Kooperation von Klein- und Kleinstbetrieben dienen (Marketing, gemeinsame Büroinfrastruktur u.a.).

·     (Weiter)Bildungsangebote für eine zielgruppen- und bedarfsgerechte Weiterentwicklung von beruflichen und sozialen Kompetenzen sollen beispielsweise von einer Außenstelle eines Bildungsträgers (z.B. in Kooperation mit der Konrad-Adenauer- oder der Friedrich-Ebert-Stiftung) getragen werden. Denkbar wäre auch, Seminar- und Tagungsräume für andere Bildungträger zur Verfügung zu stellen.

Das LKEz könnte eine „MV-Boutique“ beherbergen, die der Vermarktung hochwertiger Konsumgüter und Nahrungsmittel sowie von (Reise-)Andenken aus der Region dient. Sie sollte eine landestypische Gastronomie umfassen und Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen bieten. Weiterhin könnte sie als Agentur zur Entwicklung und Vermarktung von regionalen Freizeit- und Tourismusangeboten (z.B. kulturelle oder sportliche Events) dienen. Die Trägerschaft des LKEz soll sich in einen gemeinnützigen Teil (Verein) und eine kommerzielle Betreibergesellschaft aufspalten. Eine weitere inhaltliche Konzeption kann im Rahmen des Projektes „Gestaltung regionaler Lernkulturen“ der GSW erfolgen [20].

Den wesentlichen Vorteil eines Schulungszentrums sehen wir darin, dass es Projekte bzw. Unternehmen, die einzelne Nutzungsvorschläge zur Umsetzung bringen wollen, durch maßgeschneiderte Bildungsangebote („Coaching im Dorf“ als aufsuchende Beratung z.B. für Existenzgründer) unterstützen könnte. Als Bildungsinhalte könnten eine Steigerung der individuellen Motivierung, fachliches, und kaufmännisches Training sowie Antragstellung zu Förderprogrammen vermittelt werden [21]. Ein solches Angebot würden wir „Ländliche Innovationsberatung“ nennen. Die Tragfähigkeit eines reinen Schulungszentrums wird von einer Gesprächspartnerin kritisch eingeschätzt.

 

 


Ausstellung und Angebot von historischen Baumaterialien und Bauweisen

Ein Gesprächspartner ist der Meinung, dass die Turmscheune aufgrund ihrer schlechten Bausubstanz abgerissen werden sollte, nachdem ein Aufmaß mit Arbeitskräften aus dem 2. Arbeitsmarkt erfolgt sei. Die Baustoffe sollten geborgen und zur Wiederverwendung aufbereitet werden. Ein Wiederaufbau könnte unter Nutzung alter Handwerkstechniken in der alten Kubatur und Erscheinungsweise erfolgen. Die innere Funktionalität des Gebäudes sollte dagegen an die heutigen Nutzungsanforderungen angepasst werden. Hierzu wird vorgeschlagen, einen Handel (einschließlich Ausstellung und Lager) mit historischen Baustoffen zu eröffnen. Möglicherweise wäre auch eine Nutzung als Wohngebäude denkbar.

 

 

Landwirtschaftliches Lohnunternehmen

Ein landwirtschaftlicher Lohnunternehmer aus Levenhagen hat vor einiger Zeit Interesse an der Nutzung der Turmscheune bekundet, konnte aber zunächst die Finanzierung für einen Kauf nicht sichern. Ende diesen Jahres soll mit dem Liquidator der LPG (T) Griebenow Nord über einen möglichen Verkauf noch einmal ein Gespräch geführt werden.

 

 

Freiwillige Feuerwehr

Für die freiwillige Feuerwehr Griebenow soll ein neues Löschfahrzeug angeschafft werden, für welches aufgrund der Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse (Abmessungen des Fahrzeugs zzgl. Sicherheitsabständen) ein neues Gerätehaus erforderlich wird. Die Schmiede / Stellmacherei würde sich für diesen Zweck eignen, wenn die tragende Konstruktion des giebelständigen Gebäudemittelteils verändert werden würde. Gleichzeitig müssten die vorhandenen beiden Tore gegen ein mittig angeordnetes Tor ausgetauscht werden. Auch wäre denkbar, ein Segment der Turmscheune für den neuen Standort der freiwilligen Feuerwehr umzubauen.

 

 

Kreatives Jugendzentrum

Für die folgenden Aktivitäten wird die Eröffnung eines kreativen Jugendzentrums vorgeschlagen:

·     Arbeiten im Bereich des kreativen Gestaltens (z.B. Floristik, Keramik, Umgang mit Naturmaterialien)

·     Gründung eines Jugendtheaters

·     Treffen zum gemeinsamen Musizieren

·     Durchführung von thematischen Diskussionsrunden z.B. zu den Themen „Alkohol- und Drogenkonsum“, „Zukunftsplanung“

·     Bereitstellung von Computertechnik z.B. zur Nutzung des Internets

·     Durchführung von Discoveranstaltungen

·     Bildung von Interessengemeinschaften nach spezifischen Bedarfen.

 

 

Vorschläge von Jugendlichen: Restaurant – Veranstaltungsraum – Sporthalle – Freibad

In Zusammenarbeit mit dem Gemeindejugendpfleger wurde eine Veranstaltung mit Jugendlichen durchgeführt, auf der die folgenden Nutzungsvorschläge zusammengetragen wurden:

·     Eröffnung eines Restaurants mit Kiosk,

·     Bereitstellung eines Raums für Feierlichkeiten oder Discoveranstaltungen,

·     Einrichtung einer Sporthalle z.B. in der Turmscheune,

·     Bau eines Freibads mit einem Angebot für Fitnessaktivitäten, einer Sauna und einem Kosmetikstudio.

An der Umsetzung dieser Vorschläge würden die Jugendlichen aktiv mitarbeiten. U.a. würden sie die folgenden Aufgaben übernehmen:

·     Suche nach weiterer (aktiver oder passiver) Unterstützung für ihre Vorschläge durch die Bewohner von Griebenow, die Gemeinde Süderholz, etc.,

·     Mithilfe bei Bau- oder Renovierungsarbeiten,

·     Beitrag zur Finanzierung durch Sammlung von Geldern, Durchführung eines Flohmarktes oder Suche von Sponsoren,

·     Durchführung von Werbemaßnahmen, z.B. Entwurf und Verteilung von Plakaten oder Flyern, Suche nach werbeträchtigen Namen,

·     Mitwirkung bei der Auswahl eines Betreibers oder einer Brauerei für den Restaurantbetrieb.

 

 

Sonstige Nutzungsideen mit Bezug zum Historischen Ort Griebenow

Weiterhin wurden die folgenden Ideen und Vorschläge geäußert:

·     Catering mit regionalen Produkten „Made in Süderholz / Made in Vorpommern“,

·     Süderholzer Würstchenexpress als Moped-Vertrieb,

·     Tour de Süderholz (Radrallye oder Jeep-Tour),

·     Süderholzer Apfeltag,

·     Unterkunftsmöglichkeiten in der Nähe des Schlosses (Hotel, Gästezimmer). Angedacht ist derzeit die Umnutzung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes und die Schaffung von etwa 60 Übernachtungsmöglichkeiten. Für Unterkunftsmöglichkeiten im privaten Bereich sollte die Beratung durch einen externen Tourismusexperten in Anspruch genommen werden, um das Angebot und den Service an der aktuellen Nachfragesituation auszurichten.

·     Verknüpfung mit der Vorpommerschen Landpartie / dem Vorpommerschen Dorfmuseum, für das ein erstes Konzept für sieben Gemeinden im Peenetal existiert. Dieses Konzept verfolgt die stärkere Vermittlung von Kenntnissen über das ländliche Leben in Vorpommern. Hierzu sollen

-      historische Gebäude und Wirtschaftsweisen erhalten und wiederbelebt werden,

-      landwirtschaftliche Produkte und Konsumgüter vermarktet werden und

-      eine Tourismusinfrastruktur aufgebaut werden [22].

·     Unabhängig von der tatsächlich realisierten Nutzung der Gebäude sollte innerhalb der Gemeinde, aber auch über die Gemeinde hinaus eine Kooperation zwischen verschiedenen Anbietern, u.a. für gemeinsame überregionale Marke­tingaktivitäten, hergestellt werden. Dies gilt beispielsweise für die Verbreitung der Informationen über die Veranstaltungen des Barock­schlosses, des Pferdezuchtvereins und des Sommerfestes „LePomm“ der Essbaren Landschaften GmbH.

 

 

4.                Schlussfolgerungen für die Nutzung der Gebäude und Freiflächen

Nach den Einzelgesprächen und zwei Arbeitstreffen zu den Nutzungsvorschlägen „Vermarktungszentrum“ und „Barocke Reitakademie“ wurde am 13. September 2001 eine öffentliche Veranstaltung im Schloss Griebenow durchgeführt. Dabei wurden die interessantesten Vorschläge zur zukünftigen Nutzung der Gebäude und der Freifläche vor der Scheune vorgestellt, zu denen die rund 60 Teilnehmer(innen) Anmerkungen und Ergänzungen beisteuerten (vgl. die Zusammenstellung im Anhang). Anschließend fanden sich vier Projektgruppen bzw. zwei Einzelpersonen, die einzelne Vorschläge weiter ausarbeiten und vorantreiben wollen.

 

Projektgruppen und Ansprechpartner zu einzelnen Nutzungsvorschlägen

 

·    Vermarktungszentrum: Hr. Gerth, Tel. 0179 – 287 14 13.

·    „Hofladen“, Verkauf Kunsthandwerk, Bauern- / Kunsthandwerkermarkt: Fr. Dr. Meyer-Klette, Tel. 038332 – 80336.

·    Kreatives Jugendzentrum: Hr. Cornils, Tel. 038332 – 71598.

·    Selbsthilfewerkstatt für alle: Hr. Ulrich Deicke, Tel. 038332 – 80338.

·    Stützpunkt Süderholzer Würstchenexpress: Hr. Hiener, Tel. 038326 – 46335.

·    Café: Fr. Dr. Meyer-Klette, Tel. 038332 – 80336.

 

 

Auf der Expertenrunde Ende Oktober wurden mit Vertreter(innen) von Behörden, Verbänden und wichtigen regionalen Institutionen Detailprobleme erörtert, die sich bei der Umsetzung einzelner Nutzungsvorschläge stellen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, die Zielgruppe(n), auf die die Entwicklung des Historischen Ortes ausgerichtet werden soll, und ihre spezifischen Anforderungen noch genauer herauszuarbeiten.

Auf der zweiten öffentlichen Veranstaltung am 15. November präsentierten die Projektgruppen den Stand ihrer Überlegungen zu den jeweiligen Vorschlägen.

 

 

4.1            Zielgruppen – oder: Die Kunden des Historischen Ortes

Für die weitere Entwicklung des Ortes und die Auswahl geeigneter Nutzungsvorschläge müssen als wichtigstes Kriterium eine oder mehrere Zielgruppen bestimmt werden, die als Kunden angesprochen werden sollen. Dabei dürfte es sich in erster Linie um die beiden folgenden Personengruppen handeln:

·     die Bewohner(innen) von Griebenow und

·     (Tages-)Touristen.

Der Kreis der Besucher(innen), die angesprochen werden sollen, ist weiter zu charakterisieren. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand handelt es sich in erster Linie um

·     Personen aus Greifswald,

·     Kunst- und Kulturinteressierte, Musikfreunde,

·     Reiterfreunde.

Weitere Zielgruppen sind in den folgenden Bereichen denkbar:

·     Fahrradtouristen,

·     Jagdtouristen.

Die Bedürfnisse und Ansprüche dieser Personen sind zu charakterisieren, um das Angebot des Ortes möglichst optimal auszurichten. Nach einer ersten Einschätzung stellen die folgenden Merkmale des Historischen Ortes Griebenow wichtige Faktoren dar, die bei allen Maßnahmen berücksichtigt und weiter ausgebaut werden sollten:

·     historische (Barock-)Atmosphäre,

·     gehobene Ausstattung von Straßenräumen, Grünflächen, Gebäuden und Räumlichkeiten (z.B. Mobiliar),

·     Darbietung von traditionellen Lebensformen und von traditionellen Handwerksweisen zum Angucken und Mitgestalten,

·     gesicherte „Grundversorgung“ für Einheimische bzw. Touristen, wobei die Anforderungen im Detail unterschiedlich sein können.

Diese Überlegungen müssen in Zusammenarbeit mit den Griebenowern und Marketingfachleuten weiter detailliert und ausgearbeitet werden.

 

 

4.2            Nutzungen – oder: die Produkte des Historischen Ortes

Im folgenden werden die Nutzungsmöglichkeiten für die Gebäude und die Freifläche vor der Turmscheune dargestellt, die zum jetzigen Zeitpunkt am tragfähigsten erscheinen (vgl. Abbildung „Nutzungsvorschläge für die Gebäude und die Freifläche vor der Turmscheune“). Wichtigstes Kriterium für die Auswahl bildete das Vorhandensein einer Person oder Initiative, die sich für die Umsetzung eines Nutzungsvorschlags aktiv einsetzt.

 

Vorab soll auf ein grundsätzliches Problem eingegangen werden, welches sich für die beiden großen Gebäude Turmscheune und Stall stellt: Während der Erarbeitung des Nutzungskonzepts sah es zunächst so aus, dass hier Unternehmen entstehen könnten, die die gesamte Gebäudehülle füllen würden (Vermarktungs- und Logistikzentrum, Barocke Reitakademie, (Pensions-)Pferdehaltung). Diese Perspektiven haben sich aus verschiedenen Gründen zerschlagen. Nunmehr scheinen eher Nutzungsvorschläge realisierbar, die jeweils einen deutlich geringeren Flächenbedarf aufweisen. Gleichzeitig kann keiner der Initiatoren dieser Vorschläge und potentiellen Investoren die Finanzmittel aufbringen, die für den Kauf und die Sanierung eines gesamten Gebäudes (Turmscheune bzw. Stall) nötig wären. Auch ist es unwahrscheinlich, dass mehrere „Kleininvestoren“ zum selben Zeitpunkt an der Nutzung einer Teilfläche interessiert sind. In diesem Fall könnten sie sich z.B. zu einer GmbH zusammenschließen, um die Sanierung und den Betrieb des Gebäudes gemeinsam zu tragen. Vielmehr dürften die Interessenten nach und nach, also mit zeitlichen Abständen an der Umsetzung einer Unternehmensidee interessiert sein.

Sollen die Gebäude in dieser Situation nicht für einen langen Zeitraum in ihrem jetzigen Zustand verharren, ist eine Institution erforderlich, die die Trägerschaft und die Verantwortung zur Entwicklung zumindest eines der Gebäude übernimmt. Zur Zeit ist nicht absehbar, welche Institution hierfür in Frage kommen könnte, eine Entwicklung der Turmscheune und des Stalls scheinen aber mit einer Klärung dieser Frage unmittelbar zusammenzuhängen.

 

Schmiede und Stellmacherei

Die Schmiede / Stellmacherei sollte für die Museums- und Selbsthilfewerkstatt genutzt werden, u.a. um die sehenswerte Holzwerkstatt in der alten Stellmacherei zu erhalten. Ein Fahrradverleih könnte angegliedert werden, falls dieses Angebot keiner der Bewohner(innen) Griebenows auf seinem Privatgrundstück schaffen möchte. Es wird empfohlen, mit dem zu gründenden Verein einen Pachtvertrag für zunächst 2 – 3 Jahre abzuschließen. Hierdurch könnte zunächst die Akzeptanz und Nutzung der Werkstatt durch Besucher geprüft werden. Wichtig erscheint die Beibehaltung bzw. Gestaltung eines ansprechenden äußeren Erscheinungsbildes der Werkstatt. Beispielsweise sollten große einsehbare Lagerflächen vermieden werden. Im Vorfeld ist die denkmalpflegerische und die bauordnungsrechtliche Zulässigkeit zu prüfen.

Eine Kombination mit dem geplanten kreativen Jugendzentrum wäre sinnvoll, da sich beide Einrichtungen gut ergänzen würden. Hierzu sind weitere Abstimmungen mit dem Gemeindejugendpfleger, Herrn Cornils und interessierten Jugendlichen vorzunehmen.

Als Standort für die freiwillige Feuerwehr fand die Schmiede auf der ersten öffentlichen Veranstaltung keinen großen Anklang. Diese wenig publikumsintensive Einrichtung sollte eher an einer anderen Stelle entstehen bzw. ausgebaut werden.

 

Kurz vor Abschluss der Arbeit hat sich ein Interessent gefunden, der in dem gesamten Gebäude von Schmiede und Stellmacherei ein Fitnessstudio mit einer Sauna und einem kleinen gastronomischen Angebot schaffen möchte. Dabei soll das historische Ambiente erhalten bleiben, u.a. um sich gegenüber bereits bestehenden Studios abzusetzen. Als Nutzungsmöglichkeit für Einheimische (Jugendliche!) und Gäste ist diese Initiative sehr zu begrüßen. Vor dem Hintergrund der bestehenden Holzwerkstatt sollte geprüft werden, ob eine Realisierung im Stall (oder in der Turmscheune) ermöglicht werden kann.

 

Remise (ehem. Feierhalle)

In der Remise sollte der Verkauf von regionalen Erzeugnissen ermöglicht werden. Hierzu hat sich eine Initiative von mehreren Frauen gebildet, die ein Angebot von kunsthandwerklichen Artikeln und von landwirtschaftlichen Erzeugnissen vorbereitet. Ein erster Testlauf ist für Ostern 2002 geplant. In einer zweiten Stufe ist vorgesehen, einen regelmäßigen Ladenbetrieb an ein oder zwei Tagen pro Woche abzuhalten. Hierfür soll zunächst eine ABM-Stelle eingerichtet werden. Mittelfristig (etwa im Jahr 2004) soll ein sich selbst tragender Arbeitsplatz entstehen. Hierfür müsste der Laden (die „Süderholz-Boutique“) zwischen April und Oktober durchgehend geöffnet sein.

Eine Reihe von Detailfragen müssen noch geklärt werden. Hierzu gehören die Mietkonditionen für die Remise, Möglichkeiten zur Anschaffung einer Ladeneinrichtung, die Gestaltung von Werbemitteln einschließlich Entwurf eines Logos, die Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen und Gartenbaubetrieben (u.a. Querbeet) und die Verfügbarkeit von Förderprogrammen. Inwieweit einen Kombination mit einem Imbissangebot für Radfahrer möglich ist, bedarf ebenfalls weiterer Überlegungen. Da sich das Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Kapelle befindet, sollten gleichzeitig Informationen (Faltblätter, Führungen) und der Schlüssel für Besichtigungen bereitgehalten werden.

Die planungsrechtliche Zulässigkeit dieser Nutzungen dürfte sich – trotz der Lage in einer Wohnbaufläche – über die Zuordnung zu der kulturellen Einrichtung des Schlossensembles ergeben.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten für die Remise stellen die Einrichtung eines Cafés, evtl. kombiniert mit einem Imbiss für Radfahrer, oder der Ausbau einer Ferienwohnung dar. Letztere könnte in Kooperation mit dem Betreiber der geplanten Beherbergungsmöglichkeiten im Wirtschaftsgebäude des Schlosses verwaltet werden, so dass der Schlüssel in der Nachbarschaft bereitliegen würde.

 

In jedem Fall ist ein Umbau des Gebäudes erforderlich, bei dem die Eingangstür zum Schlossweg verlegt und Fenster eingebaut werden, die mehr Licht in das Gebäudeinnere einfallen lassen. Möglicherweise könnte auf der westlichen Gebäudeseite eine Terrasse angelegt werden, die eine Sitzmöglichkeit auf der vom Schlossweg abgewandten Seite bietet. Die Innenausstattung (z.B. der Süderholz-Boutique) sollte mit Sorgfalt ausgeführt werden, damit sie den hohen Ansprüchen der potentiellen Kundschaft (Schlossbesucher!) genügt. Erste Umbau- und Renovierungsarbeiten können möglicherweise durch die derzeit verfügbaren ABM-Kräfte der Gemeinde vorgenommen werden.

 

Turmscheune

Während der Bearbeitung des Nutzungskonzepts sah es so aus, dass in der Turm­scheune entweder das Vermarktungszentrum für hochwertige vorpommersche Lebensmittel oder die Barocke Reitakademie entstehen könnten. Bei genauerer Betrachtung beider Vorschläge haben sich aber einige Schwierigkeiten aufgetan, so dass eine Realisierung derzeit eher unwahrscheinlich erscheint.

 

Der Haupthinderungsgrund zur Verwirklichung des Vermarktungszentrums liegt in der bestehenden Gratifikationsregelung der Großhändler, die den Markteintritt für neue Unternehmen erheblich erschwert (vgl. Kapitel „Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten“, Vermarktungszentrum). Um diese Hürde zu überwinden, sollte das Unternehmenskonzept weiter ausgearbeitet und potentielle Absatzmöglichkeiten genauer geprüft werden. Positive Anregungen und Ansatzpunkte lassen sich aus vergleichbaren Projekten zur Genüge finden (vgl. die beiden Kästen „Vorbild Regionalvermarktung“).

Für ein modernes Logistikunternehmen, welches sich auf den Vertrieb von Nahrungsmitteln für die Gastronomie an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns konzentriert, dürfte allerdings ein Standort in einem Gewerbegebiet, z.B. im geplanten Pommerndreieck, vorteilhafter sein. In den Historischen Ort Griebenow ließe sich dagegen ein funktional gestaltetes neues (Lager-)Gebäude, das an die Anforderungen eines solchen Unternehmens optimal angepasst werden kann, nur schwer einpassen [23]. Gleichwohl sollten Synergien, z.B. mit der „Süderholz-Boutique“ genutzt werden.


Der Aufbau einer Barocken Reitakademie scheitert an einer fachkompetenten Persönlichkeit, die für ein solches Unternehmen leitende Verantwortung übernehmen würde. Die fachlich versierte Person, die die Idee nach Griebenow hineingetragen hat, steht leider nur als Beraterin, nicht zur Unternehmensleitung zur Verfügung.

 

Vorbild Regionalvermarktung I:

Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall

 

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall ist ein Zusammenschluß von mittlerweile 410 Bauernhöfen. Sie erzeugt und vermarktet Fleisch einer stressresistenten heimischen Rasse, dem Schwäbisch-Hällischen Landschwein. Dem Verbraucher wird Schweinefleisch mit hohem Gesundheitswert garantiert, artgerecht und ohne Einsatz von Medikamenten erzeugt. Das Fleisch trägt den Kontrollstempel der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft.

Die Initiative ging von dem Landwirt Rudolf Bühler aus. Er gründete zunächst eine Züchtervereinigung, später dann die Erzeugergemeinschaft. Mit Gleichgesinnten erkundete er den Markt und lotete die Zielgruppe aus. Diese bestand zunächst nur aus gut verdienenden Einzelverbrauchern, inzwischen umfasst sie aber einen wesentlich breiteren Kundenstamm, denn die Qualität des Fleisches hat sich herumgesprochen. Das Fleisch wird heute über Feinkostgeschäfte in Schwäbisch Hall, eigene Metzgereien, Bauernmärkte sowie direkt an Kantinen großer Unternehmen in der Region und exklusive Restaurants verkauft. Zur erfolgreichen Vermarktung investiert die Gemeinschaft in ein professionelles Marketing. Sie erhält keine laufende Förderung, bekam aber in den ersten Jahren Startbeihilfe nach dem Marktstrukturgesetz und verschiedene Investitionsbeihilfen für den Kauf von Lastwagen.

Die Erzeugergemeinschaft garantiert den Schweineproduzenten einen Schlachtpreis, der deutlich über dem üblichen Niveau liegt. Sie beschäftigt heute rund 110 Mitarbeiter.

Quellen: Deutsche Vernetzungsstelle 1999, S. 50 f., www.besh.de

 

 

Derzeit sieht es danach aus, dass in der Turmscheune eine kleinteilige Nutzungsmischung verschiedenster Werkstätten, Läden und anderer Unternehmen entstehen wird. Denkbar sind beispielsweise Stätten „gläserner Produktion“ wie beispielsweise eine Käserei, bei denen der Herstellungsprozess von den Besucher(inne)n hautnah verfolgt werden kann. Für ein Gründer- und Schulungszentrum ist eine Unternehmenskonzeption in Vorbereitung, die mehrere Elemente in sich vereinen soll:

·     Gründer- und Gewerbezentrum,

·     moderner Bildungsdienstleister und

·     Trägerstruktur für Beschäftigungsmaßnahmen des 2. Arbeitsmarkts (vgl. die Idee des Ländlichen Kommunikations- und Entwicklungszentrums, die im Kapitel „Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten“ vorgestellt wurde).

Um zusätzliche Einnahmen zu erzielen, könnte möglicherweise auf dem Dach der Turmscheune eine Solaranlage installiert werden. Falls diese Dachfläche für einen rentablen Betrieb nicht ausreichend groß sein sollte, ließe sich vielleicht eine Verknüpfung mit weiteren Anlagen auf den Hallendächern der Agrargesellschaft herstellen.

Ein Investor sucht augenblicklich nach einem geeigneten Standort mit ausreichend großen Ländereien zum Aufbau eines Reiterhofes in der Region. In Kombination mit dem Stall wäre auch eine solche Entwicklung denkbar. Allerdings wird die Umgebung von Griebenow zum Reiten nicht als landschaftlich ideal angesehen.

 

Vorbild Regionalvermarktung II:

Scheunenhof Sundhausen

 

Der Scheunenhof Sundhausen ist ein historisches Landgut im ländlichen Norden Thüringens, 35 km von Erfurt entfernt. Auf einem Bauernmarkt, der wöchentlich abgehalten wird, werden regional erzeugte Qualitätsprodukte, z.B. aus einer hof­eigenen Molkerei und Fleischerei, vermarktet. Weiterhin sind eine Gärtnerei und eine Bäckerei vertreten. Erste Versuche der Produktvermarktung über Abokisten verliefen erfolgversprechend. Der Markt wird flankiert von touristischen Angeboten wie einem Bauerngarten, der die Entwicklung dieser Gartenform über mehrere Epochen zeigt, und einem Streichelzoo. Zu verschiedenen Aspekten der Landwirtschaft werden Führungen und Seminare durchgeführt. Diese Kombination von Angeboten führt dazu, dass der Scheunenhof, trotz seiner landschaftlich nicht besonders reizvollen Lage, regelmäßig von Reisegesellschaften, Vereinen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und Schulklassen besucht wird.

Die Idee zu dem Projekt kam 1995 vom Kreisbauernverband, insbesondere seiner Geschäftsführerin und seinem Vorsitzenden, die bis heute die treibenden Kräfte des Projektes bilden. Der Verband gründete gemeinsam mit 12 ortsansässigen Landwirten eine GmbH. Diese kaufte den stillgelegten Gutshofkomplex. Eine von der EU finanzierte Machbarkeitsanalyse brachte ein positives Ergebnis. In den folgenden Jahren wurden mit Fördermitteln und mit Hilfe von ABM- und SAM-Kräften zwei Scheunengebäude und der ehemalige Lokschuppen ausgebaut und modernisiert. Die Gesellschaft gründete die hofeigene Molkerei und die Fleischerei, aus Gründen der Förderfähigkeit als eigenständige GmbHs. Der Markt zählt wöchentlich über tausend Kunden vor allem aus der Umgebung und der Kreisstadt, aber auch aus den Nachbarkreisen. Bisher wurden über dreißig Arbeitsplätze neu geschaffen. Dabei bilden die über den 2. Arbeitsmarkt finanzierten Kräfte eine wichtige Stütze für das Gesamtprojekt, da diese Mitarbeiter hauptverantwortlich für die touristischen Angebote sind.

Quellen: caf/Agenda-Transfer 2001, S. 53 f., www.leader2.de/projekte, www.scheunenhof-sundhausen.de, Telefonat mit Hr. Rauhe (ehem. Geschäftsführer des Bauernmarktes) am 29. 11. 2001

 

 

Freifläche vor der Turmscheune

Je nach Nutzung der Turmscheune sollte die Freifläche vor der Turmscheune als vielfältig nutzbare Fläche für Märkte und Feste oder als Reitplatz gestaltet werden. Weiterhin sollten hier einige Stellplätze angeordnet werden.

 

Stall

Auch für das Stallgebäude schien während der Bearbeitung des Nutzungskonzepts bereits eine Lösung gefunden: Die Tochter des Eigentümers plante, in dem Gebäude eine Praxis als Tierheilpflegerin in Kooperation mit einem Tierarzt zu eröffnen. Gleichzeitig sollte der größere Gebäudeteil zu einem Pferdestall umgebaut werden, der u.a. für Pensionspferde gedacht war. Leider sind diese Überlegungen aus persönlichen Gründen aufgegeben worden. Nunmehr wird für das Gebäude - zusammen mit dem dazugehörigen Land - ein Käufer gesucht.

 

Nunmehr scheint auch im Stall eine kleinteilige Nutzungsmischung am wahrscheinlichsten zu sein. Hierfür bieten sich derzeit das anvisierte Fitnessstudio, ein gastronomisches Angebot und, falls in der Schmiede / Stellmacherei das verfügbare Flächenangebot nicht ausreichen sollte, das Kreative Jugendzentrum an. Das Jugendzentrum sollte als multifunktionale Einrichtung geplant werden, die sich auch für andere Zwecke eignet, wenn die abnehmende Zahl von Jugendlichen in der Gemeinde die Nachfrage nach einem solchen Angebot zurückgehen lässt.

 


Um die Rentabilität eines Cafés oder eines Restaurant zu sichern, ist – nach Auskunft von Experten auf der Expertenrunde – die Nachfrage zu erhöhen. Hierfür müssten zusätzliche Touristen angesprochen, das Spektrum der Angebote in Griebenow ausgeweitet werden. Gleichzeitig sollte zwischen den gastronomischen Einrichtungen in den Gebäuden des Historischen Ortes und des Schlosses eine enge Kooperation bestehen, um das Angebot aufeinander abzustimmen und keine Konkurrenzsituation zu erzeugen.

 

 

Für die Festlegung der zukünftigen Nutzung der Gebäude stellt auch am Ende dieser Konzeption ein großes Problem dar, dass weiterhin Einzelpersonen oder Institutionen fehlen, die bereit wären, Verantwortung zur weiteren Konkretisierung bzw. Umsetzung einer Unternehmensidee zu übernehmen. Hier müssen zusätzliche Anstrengungen und weitere Schritte unternommen werden, um geeignete und engagierte Personen zu finden. Beispielsweise könnten Absolventen der Fachhochschule Neubrandenburg, der Universität Rostock oder der Rostocker Hotelfachschule angesprochen werden, ob sie Interesse an einer weiteren Ausarbeitung des Unternehmenskonzepts für das „Vermarktungszentrum für hochwertige vorpommersche Lebensmittel“ hätten. Diese Arbeit dürfte sich auch als Themenstellung für eine Diplomarbeit anbieten.

Notwendig erscheint weiterhin eine Koordination und unabhängige Moderation zwischen allen Beteiligten, um die verschiedenen Bausteine des Nutzungskonzepts unter Einbeziehung der Aktivitäten im Barockschloss kontinuierlich aufeinander abzustimmen. Sinnvoll wäre auch die Einbeziehung einer Unternehmensberatung, die den potentiellen Gründern in betriebswirtschaftlichen Fragen Hilfestellung liefert (z.B. Buchhaltung, Steuerberatung, gemeinsames Marketing). Mittelfristig könnten (und sollten) diese Leistungen von den entstehenden Unternehmen allein getragen werden (vgl. die gemeinsame Vermarktung der Vier-Sterne-Hotels auf dem Darß).


Schmiede und Stellmacherei

· Museums- und Selbsthilfewerkstatt mit Fahrradverleih

· alternativ: Fitnessstudio

· evtl. Kreatives Jugendzentrum

 

Stall

· kleinteilige Nutzungsmischung, denkbar wären:

- Fitnessstudio

- Gastronomie / (Galerie)Café

- Kreatives Jugendzentrum

· evtl. Reiterhof

 

Turmscheune

· kleinteilige Nutzungsmischung u.a. mit

- Gründer- und Schulungszentrum („LKEz“)

· evtl. Reiterhof

 

Freifläche vor der Turmscheune

· Bauern- und Kunsthandwerkermarkt

· Veranstaltungen zur Pferdezucht (u.a. Fohlenschau)

· Festplatz

· einige Stellplätze

· evtl. Reitplatz

 

Remise (ehem. Feierhalle)

· Süderholz-Boutique: Verkauf von regionalen Erzeugnissen (Nahrungsmittel, Kunsthandwerk)

· evtl. Café / Imbiss

· evtl. Ferienwohnung

 

Abbildung:      Nutzungsvorschläge für die Gebäude und die Freifläche vor der Turmscheune (ohne Maßstab, Plangrundlage: Tangram / Wastra-Plan 1993, verändert)


5.                Gestaltungskonzept

Aufgabe des Gestaltungskonzepts für die Freiflächen und Straßenräume im Historischen Ort Griebenow ist es,

·     eine repräsentative Gestaltung zu finden, die dem Charakter eines historischen, durch die Barockzeit geprägten Ortsteils gerecht wird,

·     die Aufmerksamkeit der Besucher zu wecken und zusätzliche Anziehungspunkte zu schaffen,

·     das im Schloss bestehende kulturelle und künstlerische Angebot im Freiraum zu ergänzen,

·     für die in den Baulichkeiten geplanten Entwicklungen ergänzende Freiraumnutzungen zu ermöglichen,

·     offen zu sein für geänderte Nutzungsvorstellungen in den Gebäuden, also multifunktionale Nutzungsoptionen zu ermöglichen und

·     die finanziellen Möglichkeiten sowohl der Gemeinde als auch künftiger Investoren im Auge zu behalten.

Im folgenden werden die gestalterischen Lösungen im Detail erläutert. In einer separaten Planmappe liegen die jeweils zugeordneten Planausschnitte des Gestaltungskonzepts auf drei großformatigen Plänen vor [24].

 

Freifläche vor der Turmscheune

Nach Darstellung historischer Karten erstreckte sich der Platz ursprünglich zwischen der Turmscheune im Süden und einem schmalen Gebäude entlang der Parkstraße, zwischen dem bestehenden Stall im Westen und einem landwirtschaftlichen Gebäude im Osten. Die aktuelle räumliche Situation ist demgegenüber verändert, da die Gebäude, welche die östliche und die nördliche Raumkante bildeten, nicht mehr existieren. Außerdem verlaufen die heutigen Grundstücksgrenzen quer über den Platz (vgl. Abbildung „Flurkarte (Ausschnitt) mit Gebäuden und Freiflächen“). Sie werden von Pflanzungen begleitet, die die ursprüngliche Ausdehnung der Freifläche optisch verkleinern.

 

Die historische Platzsituation wurde in dem Gestaltungskonzept nicht aufgegriffen, da zur Wiederherstellung der ursprünglichen Raumsituation eine Rekonstruktion der fehlenden Gebäude erfolgen müsste. Dies wird aufgrund des derzeitigen Leerstands nicht als sinnvoll erachtet. Weiterhin befinden sich Teile der ehemaligen Platzfläche vor dem Stallgebäude im Westen in privater Hand und stehen somit für eine Platzgestaltung, die sich an den alten Dimensionen ausrichtet, nicht zur Verfügung [25]. Ein weiterer Grund für die Entwicklung eines neuen Gestaltungskonzepts ist ein fehlender Beleg über das ursprüngliche Aussehen der Freifläche. Vermutlich handelte es sich früher um eine ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Lager- und Umladefläche.

 

Die Freifläche vor der Turmscheue (vgl. Abbildung „Gestaltungskonzept für die Freifläche vor der Turmscheune“) unterteilt sich zukünftig in zwei großzügige Platzbereiche, die von teilweise neu geschaffenen Raumkanten gefasst werden. Markantes und dominierendes Element bleibt die Turmscheune, die im Süden den Raumabschluss bildet. Im Osten wird die Platzkante durch eine geschnittene Hainbuchenhecke geschaffen, welche den historischen Standort des ehemaligen Gebäudes symbolisiert und somit den Platz abschließt. Die westliche Begrenzung des Platzes wird durch eine neu gepflanzte Lindenreihe und einen 20 cm hohen Steg gebildet. Die Neuheit dieser Raumkante wird durch den Kopfschnitt der Linden und das ungewohnte bauliche Element, das sich über die gesamte Länge des Platzes erstreckt, unterstrichen. Diese beiden Elemente schaffen die erforderliche, klar definierte Platzkante, geben aber den Blick auf das alte Stallgebäude, die historische Platzbegrenzung, frei. Neben ihrer abgrenzenden Funktion üben die beiden Gestaltungselemente aber auch eine integrierende Wirkung aus: Sie verlaufen über die unterschiedlichen Platzbereiche und –teile hinweg, verbinden und verknüpfen sie dadurch. Um die harmonische Dominanz der Turmscheune auch für den ersten Blick des Besuchers zu erhalten, wurde auf eine Begrenzung, die sich an der historischen Situation an der Nordseite des Platzes orientiert, verzichtet.

 

Die zukünftige Einbindung des Steges in die Nutzung des Platzes wird durch seine Lage und Form dem Besucher überlassen. Durch seine Randlage öffnet er Nutzungsoptionen als Rückzugsfläche und Sitzgelegenheit, um das Treiben auf dem Platz zu beobachten. Er kann aber ebenso als Wegeverbindung oder als Bühne dienen.

Der eigentliche Platz wird durch einen großflächig gepflasterten Bereich und eine vorgelagerte Wiese gegliedert. Die Pflasterung ist der Turmscheune zugeordnet und steht vor allem der täglichen Nutzung durch Gastronomie oder Handel zur Verfügung. Eine Gliederung erfährt die Pflasterfläche durch ein aus der Turmscheune heraus gekipptes Rechteck, welches einen separaten „Platz im Platz“ schafft. Hier wird sich das zukünftige Leben des Platzes konzentrieren.

Der „Platz im Platz“ wird mit einem Granitkleinsteinpflaster vom übrigen Platzbereich, welcher in Großsteinpflaster ausgebildet werden soll, abgehoben. Die um das Rechteck aus Granitklein­steinpflaster verlegten Platten verstärken die erwünschte Wirkung und erzeugen einen terrassenartigen Eindruck. Den Bezug zur Scheune hält die Platzfläche über ein in die Pflasterung eingefügtes Raster, das mit einem Abstand von 6 m x 7 m das Ständersystem in der Scheune aufnimmt. Mit Hilfe des Rasters lassen sich Außenplätze eines Cafés oder eines Restaurants in das Rechteck, beispielsweise in die in Richtung Wiese weisende Spitze, integrieren. Weiterhin kann das Raster dazu dienen, Ausstellungsflächen für Läden oder Händler zu markieren, die sich in der Turmscheune angesiedelt haben. Eine Gliederung und Abschirmung von Sitz- und Ausstellungsbereichen wird über Pflanzgefäße erreicht, welche – am Raster orientiert – aufgestellt werden. Bei Bedarf, beispielsweise wenn der gepflasterte Bereich als Gesamt­fläche benötigt wird, können diese Gefäße umgestellt werden.

Die großzügige Wiesenfläche soll Raum und Platz für temporäre Märkte oder Feste bieten. Hier können beispielsweise die jährlichen Fohlenschauen durchgeführt werden. Wird die Fläche nicht genutzt, schafft die Wiese einen ruhigen Charakter, wirkt aber aufgrund ihres grünen Erscheinungsbildes lebendig und nicht monoton.

Zur Parkstraße wird die Wiese durch einen in Großsteinpflaster verlegten Streifen begrenzt, so dass alle Teilbereiche des Platzes zu einer Einheit zusammen­gefasst werden. Die Verbindung der verschiedenen Platzsegmente wird außerdem durch die Pflaster- und Wiesenstreifen erreicht, die vor der Turmscheune ineinander fließen.

Anziehungspunkt auf der Wiesenfläche ist ein Ziehbrunnen. Er bildet den wichtigsten Blickpunkt auf der sonst völlig eben gehaltenen Platzfläche und wird auf einem Rechteck aus Granitkleinsteinpflaster inszeniert.

Als zweiter Blickpunkt und als Pendant zum Brunnen soll im hinteren Platz­bereich eine Wasserpumpe errichtet werden, welche den westlichen Abschluss des Scheunenvorplatzes bildet. Sie steht ebenfalls in einem Rechteck aus Granitkleinsteinpflaster, wodurch sie aus der ansonsten homogenen Fläche herausgehoben wird.

 

Die Erschließung der Scheune sowie der Gebäude des südlich angrenzenden Stützpunktes der Agrargesellschaft Kandelin erfolgt von der Parkstraße über einen Weg aus Großsteinpflaster, der auf der Ostseite des Platzes an der geschnittenen Hainbuchenhecke entlangführt. Über diesen Weg wird auch der Parkplatz erschlossen, welcher auf der Rückseite der Turmscheune vorgesehen ist.

 

Mit der Anordnung von Stellplätzen in diesem Bereich kann der eigentliche Platz von dauerhaft genutzten Parkplatzflächen freigehalten werden. Gleichzeitig wird eine Nutzung für einen Raum gefunden, für den sich ansonsten kaum Nutzungsmöglichkeiten bieten. Dies wird insbesondere durch die unschönen Gebäude der Agrargesellschaft bedingt, die durch eine frei wachsende Hecke sowie großkronige Bäume abgepflanzt werden sollen. Bei sehr hohem Parkdruck kann gleichfalls der an der Parkstraße vorgesehene Streifen aus Großsteinpflaster für Stellplätze genutzt werden. Er weist eine ausreichende Tiefe für Senkrechtparker auf. Eine dauerhafte Parkplatznutzung sollte hier allerdings unterbleiben, um nicht den Blick auf die Turmscheune einzuschränken.

 

Freiflächen von Schmiede und Stellmacherei

Die Außenanlagen der ehemaligen Schmiede und Stellmacherei werden zukünftig von der ergänzten Baumallee in der Parkstraße gefasst (vgl. Abbildung „Gestaltungskonzept für die Freiflächen von Schmiede und Stellmacherei“). Unmittelbar dem Gebäude vorgelagert ist ein Austritt aus Granitkleinsteinpflaster, der die Eingangsbereiche miteinander verbindet. Die Erschließung von der Parkstraße erfolgt über eine Zufahrt, die auf die Tore der Schmiede zuführt, und einen Fußweg zur Stellmacherei. Unterschiedliche Materialien (Klein­stein­pflaster für den Fußweg, Großsteinpflaster für die Zufahrt) werden den unterschiedlichen Nutzungen gerecht.

 

Auf der Ostseite des Gebäudes wird eine Zuwegung erforderlich, mit der das südlich angrenzende Grundstück erschlossen werden kann. Hierfür muss leider eine existierende Kastanie gefällt werden, welche als Hausbaum neben der Schmiede steht. Bei den Bauarbeiten für diese Zufahrt dürfte der Wurzelbereich dauerhafte Schäden erleiden, die die Standsicherheit des Baumes langfristig gefährden dürften. Der begrüßenswerten Alternative, einer Erschließung über die bestehende Zufahrt des benachbarten Grundstücks, welches derzeit für die Deck- und Besamungsstation gepachtet ist, hat der Grundstückseigentümer leider nicht zugestimmt.

 

Auf der Rückseite der Schmiede ist für die in dem Gebäude vorgesehene Nutzung einer Museums- und Selbsthilfewerkstatt eine Lagerfläche angeordnet. Durch eine Sichtschutzwand wird die Einsehbarkeit dieser Fläche ausgeschlossen. Durch die vorgesehene Anordnung dieser Trennwand wird das ehemalige Pumpenhaus herausgehoben und zukünftig als Solitär deutlich zur Geltung kommen. Um einen lebendigen Raum zu schaffen, in den die Trennwand optisch eingebunden ist, sollen sowohl auf der Lagerfläche wie zwischen Schmiede und Pumpenhaus zwei Obstbäume gepflanzt werden.

 

Gestaltung des Straßenraums

Im nördlichen Abschnitt der Parkstraße zwischen Dorfteich und Levenhäger Straße soll der vorhandene Gehweg von derzeit 1,00 m auf 1,50 m verbreitert werden. Hierdurch können zwei Personen bequem nebeneinander laufen. Für die Pflasterung des Weges wird ein anthrazitfarbener Betonstein (z.B. „Tavolo“ der Fa. Greese) vorgeschlagen, um ein ruhiges Pendant zu den Wohnhäusern aus Klinker zu schaffen und keine gestalterische Konkurrenz zu erzeugen. Ein einreihiger Streifen aus hellgrauem Betonstein (z.B. „Tavolo“), der an dem zur Parkstraße gelegenen Gehwegrand angeordnet werden soll, betont die Länge sowie die Richtung des Weges. Dieses Element führt zu einer zusätzlichen Belebung des Fußwegs.

Abbildung:         Lageplan Schnitte

In Höhe des Schlosses soll der Seitenstreifen neben der Parkstraße auf einer Breite von 2,20 m mit Schotterrasen ausgebaut werden. Dieser Bereich kann bei Großveranstaltungen für Stellplätze genutzt werden. Die verbleibende, 1.80 m breite Rasenfläche wird in ihrem jetzigen Zustand belassen (vgl. Schnitt A „Parkstraße Höhe Parkplatz“).


Die Beleuchtung der Parkstraße soll von der östlichen auf die westliche Straßenseite versetzt werden. Mit dieser Maßnahme wird gleichzeitig eine ausreichende Ausleuchtung der Fahrbahn und des Gehwegs erreicht. Gleichzeitig bewirken die Straßenleuchten an diesem Standort eine gewisse Trennung zwischen Gehweg und Stellplatzstreifen bzw. Parkstraße (vgl. die Schnitte A und B). Als Leuchtentyp wird das Produkt „Wyk“ der Firma Hess mit einer Gesamthöhe von knapp 2,90 m vorgeschlagen (vgl. Abbildung „Vorschlag Leuchte an der Parkstraße“). Ein historisierender Leuchtentyp wurde aus Kostengründen nicht ausgewählt. Außerdem sollten vor der historischen Kulisse der Gebäude bewusst und akzentuiert moderne Gestaltungselemente eingesetzt werden – ähnlich wie dies für die Gestaltung der Freifläche vor der Turmscheune vorgeschlagen wird.

 

Der südliche Abschnitt der Parkstraße bildet die zweite Querachse zum Schlossweg, deren räumliche Wirkung ursprünglich durch eine Baumallee hervorgehoben wurde. Um diese historische Anlage wieder zu betonen, wird der teilweise noch bestehende Altbaumbestand aus Linden durch Neupflanzungen ergänzt. Die Bäume sollen beidseitig der Straße mittig auf dem ca. 5 m breiten Rasenstreifen gepflanzt werden (vgl. Schnitt D „Parkstraße Höhe Schmiede und Stellmacherei“). Die bestehenden Heckenpflanzungen mit Rotfichten (Picea abies) zwischen dem Schlossweg und der Freifläche vor der Turmscheune sollten entfernt werden, um den ursprünglichen Charakter der Parkstraße herauszustellen.

Auf Höhe der Freifläche vor der Turmscheune werden nur auf der nördlichen Seite der Parkstraße Neupflanzungen vorgenommen, um den Blick auf den Platz sowie die Turmscheune nicht zu verstellen (vgl. Schnitt C „Parkstraße Höhe Freifläche vor der Turmscheune“). Auf der Straßenseite, die der Freifläche zugewandt ist, wird eine Pflasterung mit Großsteinpflaster vorgenommen, die den Übergang zu der Platzfläche bildet.

Im südlichen Abschnitt der Parkstraße wird einseitig eine Sickermulde angelegt. Sie nimmt das anfallende Niederschlagswasser der Straße auf, so dass es anschließend versickern kann. Dadurch wird verhindert, dass größere Mengen Regenwasser weiterhin in die benachbarten Grundstücke abfließen.

Auf einen Gehweg wird in diesem Bereich verzichtet, um den symmetrischen Charakter des Straßenraums zu wahren. Aufgrund des voraussichtlich weiterhin geringen Verkehrs- und Fußgängeraufkommens dürfte sich auch unter dem Sicherheitsaspekt keine Notwendigkeit für einen Fußweg in diesem Straßenabschnitt ergeben.

 

Der Asphaltbelag der 5,50 m breiten Parkstraße kann erhalten bleiben. Eine Wiederherstellung des historischen Großsteinpflasters scheint aufgrund des sehr hohen Kostenaufwands nicht sinnvoll. Hierdurch würden überdurchschnittlich hohe Summen für den Straßenbau gebunden. Auch scheint eine Pflasterung nicht der entscheidende Faktor für eine Attraktivitätssteigerung und stärkere Belebung des Historischen Ortes zu sein.

 

Der Schlossweg sollte in seinem jetzigen Charakter im wesentlichen erhalten bleiben. Allerdings muss eine Erneuerung des Oberflächenbelags erfolgen, da das vorhandene Großsteinpflaster stellenweise versackt ist. Es muss über die gesamte Weglänge aufgenommen und in der jetzigen Breite von 3,00 m neu verlegt werden.

Abbildung: Vorschlag Leuchte an der Parkstraße, Typ „Wyk“ der Firma Hess

Die Randflächen, die eine Breite von ca. 6 m aufweisen, sollten bis zu den Grundstücksgrenzen als Rasenfläche erhalten bzw. neu geebnet werden (vgl. Schnitt F „Schlossweg Nähe Parkstraße“). Durch diese Gestaltung soll der Schlossweg einen ruhigen Rahmen erhalten, die die Pflasterung aus Großsteinpflaster besonders hervorhebt.

Die in der Nähe der Parkstraße vorhandenen Heckenpflanzungen mit Rotfichten (Picea abies) sollten auch hier entfernt werden, um einen ortstypischen Straßenraum zu erhalten. Sollten die Grundstückseigentümer einen Windschutz für erforderlich halten, so wäre eine Heckenpflanzung mit (standortgerechten, einheimischen) Laubgehölzen (z.B. Hainbuche – Carpinus betulus) auf den Grundstücken angemessener. Auch sollte die Gestaltung der Grundstückseinfriedungen dem Charakter eines historischen Ortes angepasst werden. Schön wäre beispielsweise ein Staketenzaun.

 

Vor die Remisen beidseits des Schlosswegs sollte jeweils eine 3 m breite Terrasse vorgelagert werden (vgl. Schnitt E „Schlossweg Höhe Remise“ und Abbildung „Gestaltungskonzept für den Bereich um die Remise“). Hierdurch würde die Symmetrie der beiden Gebäude unterstrichen. An der ehemaligen Feierhalle kann die Terrasse auf die Rückseite des Gebäudes ausgeweitet werden, um auch auf der geschützten, vom Weg abgewandten Seite eine Sitzmöglichkeit zu erhalten. Mit nur einer Zuwegung vom Schlossweg, die jeweils mittig auf die Gebäude zuläuft, soll die Einheitlichkeit gewahrt bleiben und die Rasenfläche einen möglichst großflächigen Charakter behalten.

 

 



Abbildung:      Gestaltungskonzept für die Freifläche vor der Turmscheune (ohne Maßstab)


Abbildung:      Gestaltungskonzept für die Freiflächen von Schmiede und Stellmacherei (ohne Maßstab)


Abbildung:      Gestaltungskonzept für den Bereich um die Remise (ohne Maßstab)

Schnitt A:          Parkstraße Höhe Parkplatz (ohne Maßstab)

 

Schnitt B:          Parkstraße Nähe Kreuzung Levenhäger Straße (ohne Maßstab)

 

Schnitt C:          Parkstraße Höhe Freifläche vor der Turmscheune (ohne Maßstab)

 

Schnitt D:          Parkstraße Höhe Schmiede und Stellmacherei (ohne Maßstab)

 

 

Schnitt E:          Schlossweg Nähe Remise (ohne Maßstab

 

 

Schnitt F:          Schlossweg Nähe Parkstraße (ohne Maßstab)

 

 


 

6.                Recherche nach Förderprogrammen

Nachdem sich die denkbaren Nutzungsmöglichkeiten für die weitere Entwicklung des Historischen Ortes Griebenow abzeichneten, wurde eine umfangreiche Recherche nach geeigneten Förderprogrammen vorgenommen. Diese gliedert sich in die folgenden Schwerpunkte:

·     Gebäudeinstandsetzung und -ausbau (sowie Wege- und Parkplatzbau),

·     Vermarktung und Distribution von hochwertigen vorpommerschen Lebensmitteln / Hofladen,

·     Barocke Reitakademie,

·     Schulungszentrum,

·     Existenzgründung und

·     Kreatives Jugendzentrum.

Für jeden dieser Bereiche liegt eine Tabelle vor, in der die wichtigsten Angaben zu den jeweiligen Förderprogrammen zusammengestellt sind. Auf eine Wiedergabe dieser Tabellen, die insgesamt einen Umfang von etwa 40 Seiten haben, wird an dieser Stelle aus Platzgründen verzichtet.

 

 

7.                Nächste Schritte zur Umsetzung

Im folgenden werden Empfehlungen für die nächsten Schritte zur weiteren Entwicklung des Historischen Ortes Griebenow gegeben:

·     Die Grundsanierung der Gebäude bildet eine unabdingbare Voraussetzung für alle weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Für eine Finanzierung der notwendigen Instandsetzungsarbeiten beabsichtigt die Gemeinde, den Historischen Ort Griebenow als förmliches Sanierungsgebiet auszuweisen. Weiterhin kommen u.a. die folgenden Möglichkeiten in Frage:

-             Konzeption einer Maßnahme im Rahmen des Programms „Jugend baut“ bzw. eines Nachfolgeprogramms. Denkbar wäre eine Verknüpfung mit der geplanten Maßnahme zur Sanierung der Wirtschaftsgebäude des Schlosses, die zu diesem Zweck ausgeweitet werden könnte [26].

-             Durchführung von internationalen Workcamps mit Jugendlichen in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten IJGD e.V. Möglicherweise könnte der Jugendpfleger der Gemeinde Süderholz die hierfür erforderlichen Vorbereitungsarbeiten übernehmen.

       In jedem Fall ist zunächst eine Kostenschätzung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zu erstellen, um Fördermittel zu erschließen.

 

Internationale Jugendworkcamps

 

Jedes Jahr führt der Bundesverband der Internationalen Jugendgemein-schaftsdienste (IJGD) e.V. in der Zeit zwischen Juni und September Arbeitsprojekte mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern durch. Denkbar sind Projekte im Umwelt- und Naturschutz, in Bau und Renovierung und auch soziale, pädagogische oder kulturhistorische Projekte. Nähere Informationen und Beispiele für durchgeführte oder geplante Workcamps finden sich auf der WebSite http://www.ijgd.de/f_index_db.html. Institutionen, die Arbeitsprojekte durchführen wollen, können sich auch mit Frau Heike Zimmermann, Tel 0228 – 2280018, Fax 0228 – 2280024, eMail projektreferat.bonn@ijgd.de in Verbindung setzen.

 

 

·     Erarbeitung eines Unternehmenskonzepts (einschließlich Trägerschaft, Rechtsform einer Betriebsgesellschaft, Ausschreibung Betriebsleiter, Marketing- und Logistikkonzept) für das Vermarktungszentrum.


·     Erarbeitung eines Marketingkonzepts für die Aktivitäten in Griebenow mit Definition der vorrangigen Zielgruppen / Kunden (z.B. „Tour-Operator“ von Reiseveranstaltern, Reitclubs, Rotary-Clubs, Lions-Clubs).

·     ggf. als Teil der Marketingstrategie Bewerbung als dezentraler Standort der Internationalen Gartenausstellung IGA in Rostock 2003.

·     Planung und Umbau (incl. Innenarchitektur) der Remise nach den Anforderungen der prioritären Nutzung.

·     Konzeption und Aufbau eines einheitlich gestalteten Wegweisersystems in Griebenow und der Gemeinde Süderholz, u.a. zusätzliche Ausschilderung an der Landesstraße L 26.

·     Ergänzung des geplante Fahrradrundwegs zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Süderholz um einen Reitrundweg, der parallel oder in einer anderen geeigneten Wegeführung verlaufen könnte.

·     Suche nach Einzelpersonen oder Institutionen, die Verantwortung für die weitere Konkretisierung und Umsetzung eines Nutzungsvorschlags übernehmen. Denkbar sind die folgenden Vorgehensweisen:

-             Anzeige oder Artikel in einer regionalen oder überregionalen Tages-
oder Fachzeitung (z.B. Bauernzeitung),

-             gezielte Ansprache von Zielgruppen, die für die Umsetzung einer Nutzungsidee geeignet erscheinen (z.B. Köche, Hotelkaufleute z.B. der Hotelfachschule Rostock, Fleischermeister oder Landwirte für das „Vermarktungszentrum für hochwertige vorpommersche Lebensmittel“),

-             Bekanntmachung im Internet (z.B. auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern oder des Gründerportals M-V [www.gruenderportal-mv.de]). Sinnvoll wäre auch eine Darstellung auf den Seiten der Gemeinde Süderholz, die mit anderen WebSites verlinkt werden sollte.

-      Initiierung und Konzeption eines StartUp-Wettbewerbs unter Beteiligung der Gemeinde Süderholz (u.a. Bereitstellung von Räumlichkeiten für Existenzgründer), der geplanten Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, des Unternehmerverbandes Vorpommern, der Sparkasse Vorpommern, des Arbeitsamtes und weiterer Experten für Coaching-Aufgaben (z.B. Senior Experts, Marketing-Experten; vgl. den Vorschlag „Coaching im Dorf“ im Kapitel „Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten“, Schulungszentrum).

       Gezielt sollten geeignete Institutionen im regionalen Umfeld (Greifswald, Stralsund) angesprochen werden, da sich zukünftige Unternehmer, die sich in Griebenow ansiedeln, mit der Region identifizieren und zumindest in der Nähe wohnen müssen.

·     Für das Regionale Entwicklungskonzept „Vorpommersches Küstenhinterland“, welches derzeit für einen LEADER+ - Antrag vorbereitet wird, sollten Projektskizzen eingereicht werden. Einzelne Nutzungsvorschläge könnten, falls die Region zur Förderung ausgewählt wird, weiter ausgearbeitet werden.


8.                Anhang

8.1            Interviewpartner

Institution / Organisation

Interviewpartner

Arbeitsamt Stralsund, Geschäftsstelle Grimmen

Frau Voß

ABC Bau

Herr Eggebrecht

Herr Krohn

Barockschloss zu Griebenow e.V.

Herr Klawehn

Frau Dr. Meyer-Klette

Bauernverband Grimmen e.V.

Herr Dr. Brandt

Herr Schulz

BBJ Servis GmbH

Frau Simone Wandt

BIG Städtebau Mecklenburg-Vorpommern GmbH

Herr Boje

Frau Hausdörfer

Die Region Vorpommern e.V.

Herr Ralf Kendzia

Gesellschaft für Struktur- und Weiterbildungsforschung

Herr Dr. Wahmkow

IRB Iso-Rüst-Bau GmbH

Herr Edwin Engelmann

Herr Gerold Jürgens

Eigentümer Kuhstall

Frau und Herr Biewener

Frau Klinger

EssBar

Herr Stefan Braunisch

Essbare Landschaften GmbH

Herr Ralf Hiener

Herr Olaf Schnelle

Fachhochschule Stralsund

Prof. Dr. Petra Jordanov

Freiwillige Feuerwehr, Gemeindewehrführer

Herr Torsten Schwebke

Gemeinde Süderholz, Bürgermeister

Herr Ralf Drescher

Gemeinde Süderholz, Jugendpfleger

Herr Horst König

Hansestadt Greifswald, Kulturamt

Frau Resch

Ingenieurbüro Menger

Herr Bernd Menger

Landkreis Nordvorpommern

Frau Massow (Wirtschaftsförderung)

Frau Moetz (Wirtschaftsförderung)

Herr Schawe (Denkmalschutz)

Herr Scholz (Sport)

Frau Weber (Kultur)

Liquidator LPG (T) Griebenow Nord / Pferdezuchtverein

Herr Dieter Quaas

Planungsbüro Dr. Mohr

Herr Böhm

Pommersche evangelische Kirche

Frau Pastorin Ines Dobbe

Naturkost Vorpommern GmbH

Herr Markus Maaß

Pommerscher Diakonie-Verein Züssow

Herr Pfarrer Bartels

Gärtnerei Querbeet

Herr Fock

 

Frau Raschke

Sparkasse Vorpommern

Frau Wieting

Sterne vom Darß – Hotelkooperation

Frau Anett Bierholz

Stralsund-Information, Tourismus & Werbung

Frau Birgit Wacks

Tourismusverband Fischland – Darß – Zingst

Herr Krüger

Universität Greifswald, Geographisches Institut

Herr Michael Heinz

Volkssolidarität Griebenow

Herr Günter Abs

Wirtschafts- und Verkehrsberatung

Herr Walther Benkert

 

 

8.2            Vorbilder realisierter Projekte

Alle genannten Projekte liegen im ländlichen Raum.

Zu Standardnutzungen wie Ferienwohnungen, Pension, herkömmliches Restaurant, Cafe, Jugendclub, herkömmliches Seminarhaus etc. wurden keine separaten Beispiele aufgenommen. 

Da eine Kategorisierung angesichts der Vielschichtigkeit vieler Projekte nicht sinnvoll erschien, sind die Beispiele nicht inhaltlich, sondern alphabetisch nach Ortsnamen sortiert.

 

 

Glaswerkstatt Annenwalde

Quellen: Ostseezeitung 4.5.01

Ort, Lage: 91 Ew., bei Templin, Uckermark, ca. 70 km von Berlin, keine größere Stadt in der Nähe

Ausgangslage: alte, verfallene Scheune

Jetzige Nutzung: Schauglashütte, damit Wiederbelebung eines alten, uckermärkischen Handwerks

Synergien: Verstärkte Anziehungskraft in Verbindung mit Trabergestüt, Schinkelkirche, Ausstellungen und Konzerten in der nahem Galerie, Wanderungen.

Akteure: Träger des Projektes: Verein Glashütte Annenwalde

Förderungen: Kredit der Volksbank; Förderung von ca. 1 Mio DM u.a. vom Land Brandenburg und der EU.

 

 

Umweltzentrum Auterwitz

Quellen: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. f. Urbanistik, 2000: Tatorte 2000.

Ort, Lage: nahe Döbeln, 20 km à Meissen

Ausgangslage: verfallene Höfe

Jetzige Nutzung: u.a. Kinderbauernhof Auterwitz

Wertung: Sonderpreis TatOrte 2000

 

 

Künstlerhaus Bärensprung

Quellen: www.Leader2.de/projekte

Ort, Lage: Ortsteil der Gemeinde Dannenwalde im Landkreis Prignitz

Ausgangslage: ehemaliges Gutshaus: leerstehende Gebäude; 1910 angelegter Gutspark. Gebäude und der Park sind Eigentum des Landkreises

Jetzige Nutzung: soziokulturelles Zentrum. Gebäude und Park langzeitig verpachtet an Verein s.u..

Angebote und Leistungen des Künstlerhauses für Bewohner und Gäste:

Ausstellungen, Lesungen, Konzerte (klassische Musik, Jazz), Freilichttheater, Kammeroper, Workshops und verschiedenste künstlerische Kurse, Kurs- und Projektangebote in der Umweltbildung und Umwelterziehung.

-Weiterbildungsangebote für Kunstlehrer aus dem Land Brandenburg (s. Syn.), Berufsvorbereitung und Bewerbungstraining für Jugendliche mit Interesse an künstlerischen Berufen, jährliche Sommerakademie für Jugendliche.

- Workshops und Gesprächsrunden mit internat. Künstlern, Arbeitsschwerpunkt dabei Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

- Realisierung von Druckaufträgen in eigener Siebdruckwerkstatt, ... Vermietung von Gastateliers und Werkstatträumen.

Veranstaltungen finden regen Zuspruch bei Einheimischen und Gästen der Region. Kinder- und Jugendprojekte mit je 50 Teilnehmern an Workshops, Ausstellungen und Feste mit jeweils über 100 Besuchern, Kammerkonzerte, Lesungen und Gesprächsrunden sind mit je 40-60 Besuchern besonders im Winter gut besucht.

Daneben laufend Ausbau, Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten. ...

Gutspark wird zu Kunst- und Skulpturenpark umgebaut. Symposien und Workshops ließen die ersten Skulpturen im Park entstehen – von Künstlern aus dem Land Brandenburg und Kindern der umliegenden Dörfer.

Synergien: Die im Juni 1999 gegründete Europäische Seniorenuniversität in Reichenberg wird fester Partner für gemeinsame Veranstaltungen sein. [Generell] kommt dem Verein die jahrelange feste Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern zu Gute, u.a. Kooperation mit der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ Berlin. -Weiterbildungsangebote für Kunstlehrer aus dem Land Brandenburg: Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Landesinstitut

Akteure: Künstlerhaus wird seit Mai 1997 von einer Mitgliedergruppe des interART e.V. betrieben. Jeder der Künstler ist freiberuflich tätig und hat seinen Arbeitsschwerpunkt in der Prignitz

Förderungen: Die Leitung des Hauses, Projektmanagement, Verwaltung, PR-Arbeit, sowie viele Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche geschehen derzeit in ehrenamtlicher Arbeit. Für thematische Kunstprojekte gab es bisher eine Projektförderung als Anteilsfinanzierung aus dem Kultur-, Umwelt- und Justizministerium, sowie dem Landkreis Prignitz, investive Mittel oder Betriebskostenzuschüsse sind bisher nicht in das Projekt geflossen. Skulpturenpark: Unterstützung durch .... eine AB-Maßnahme der Arbeitsfördergesellschaft Pritzwalk.

 

 

Rittergut Bandelstorf

Quellen: www.rostock.de/stadtverwaltung/vhs/fb222.asp

Ort, Lage: 10 km von Rostock über Bundesstraße

Ausgangslage: Rittergut umgeben von einem alten Park

Jetzige Nutzung: Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bspw. für Malgruppen, Foto- und Bildhauerkurse. Im alten Wiegehäuschen nimmt man das Frühstück ein. Voll ausgestattete Holzwerkstatt mit museumsreifen Geräten zur Holzbearbeitung steht zur Verfügung.

Synergien: Bei Interesse erarbeitet VHS Rostock Angebote und stellt Kontakt her.

Akteure: Menschen aus dem Dorf bemühen sich um den Erhalt und den Ausbau des Gutes.

 

 

Ziegelei Benzin

Quellen: ZEIT 23.5.01; www.FAL-eV.de 6/01; www.studienkreis.org/deutsch/wett-bewerbe/todo/99deutschland.html

Ort, Lage: Kreis Parchim

Ausgangslage: große Ziegelei

Jetzige Nutzung: "produzierendes technisches Denkmal"

Im zweiten Arbeitsmarkt tätig mit rund 140 ABM-Beschäftigten, versucht "marktreife Produkte" vorzustellen. Ein Beispiel dafür ist das ausgegründete, privatwirtschaftlich im ersten Arbeitsmarkt operierendes Schwesterunternehmen LEHMKLUT GMBH, das als Öko-Bauunternehmen und Produzent von Lehmziegeln und -baustoffen tätig ist. (16 Mitarbeiter)

Synergien: Teil der ‚Lehm- und Backsteinstraße‘ (mit anderen Projekten), Pauschaltouren entlang der Straße werden von Touristikinformation und Hotel in Plau angeboten.

Akteure: Initiator: FAL e.V. (Verein zur Förderung angemessener Lebensverhältnisse), gemeinsamer Verein von 5 Gemeinden sowie ortsansässige Betriebe. Ist anerkannter Bildungs- und Beschäftigungsträger im zweiten Arbeitsmarkt mit knapp 130 ABM-Beschäftigten, begreift sich als eine Art Entwicklungsorganisation und "Think Tank". [zudem: Fördermittelbeschaffungsinstitution]; Initiator des FAL wiederum war primär der Bürgermeister einer der 5 Gemeinden.

Träger der Ziegelei ist die „Ziegelei Benzin“-Beschäftigungsgesellschaft mbH. Neben dem FAL e.V. haben sich für die Ziegelei insgesamt zwölf Gemeinden aus der Umgebung sowie die Städte Lübz und Plau engagiert.

Primärer Akteur bzgl. LEHMKLUT GmbH: Leiter des Arbeitsamtes Lübz.

Förderungen: -LEADER, Sozialministerium M-V; ABM, in Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerksbetrieben

Kontakt:   LEHM + BACKSTEINSTRASSE e.V., Am Bahnhof 2, D-19395 Ganzlin, Tel. 0049-(0)38737-20207, Fax 0049-(0)38737-20117, E-Mail: fal-ganzlin@otelo-online.de

Wertung: (ZEIT zu Lehm- und Backsteinstr.) "alles steckt noch in den Anfängen." ...  "Einen Preis haben sie bekommen,  jetzt müssen noch eifrig die Touristen kommen."

 

 

Bauernscheune, Bösleben

Quellen: LEADER Forum 3/00

Ort, Lage: Gotha-Ilmkreis, Thüringen, 17 km von Erfurt, relativ gut erreichbar (nahe Autobahn), nahe Arnstadt und deutsche Alleenstraße

Ausgangslage: abrissreife Scheune (einer Agrargenossenschaft, früherer LPG)

Jetzige Nutzung: ausgeweiteter Partyservice (betrieb die Agrargenossenschaft schon); Raum für organisierte Veranstaltungen (Informationsabende, Kurse, Feiern, Feste)

Akteure: Träger des Projektes: Agrargenossenschaft;

Förderungen: LEADER, Typus einzelbetriebliche Förderung

 

 

Scheune Bollewick

Quellen: http://www.die-scheune.m-vp.de/; www.all-in-all.com/scheune-bollewick/info.html:/, www.difu.de

Ort, Lage: 6 km von Müritz, 4 km von Bundesstraße

Ausgangslage: größte Scheune Norddeutschlands (125 x 34 m, 2 Stockwerken, Nutzfläche von einem Hektar). landwirtschaftliche Nutzung bis 1991, Scheune in schlechtem Zustand;

Jetzige Nutzung: Scheune wurde von der Gemeinde Bollewick übernommen. Ab 1992 wurde in der SCHEUNE durch den Verein BAB (s.u.) aufgeräumt, 1000 Tonnen Beton werden entfernt.

Heute: Viele Werkstätten mit  traditionellem Handwerk (Korbflechter, Weberei, Kerzenziehen, Töpferei). Handwerk wird vor den Augen der Besucher ausgeübt. Besucher kann Handwerk selbst ausprobieren und einkaufen, Bauernladen, Cafe und Restaurant. (alles täglich geöffnet). Fischräucherei, Schmiede, Kräuterladen (zu den Märkten geöffnet).

Markthalle (mit Bühne) ca. 750 qm groß, Marktplatz für mecklenburgische Produkte, Zentrum der Direktvermarktung für einheimische Erzeuger.

Im Dachgeschoß: Murmelstübchen, Schneiderstube; Kreativwerkstatt mit Bastelmöglichkeit, Regionalausstellung ‚Die Mecklenburgische Seenplatte stellt sich vor‘, Haustiergarten. (alles täglich geöffnet).

Kulturelle Veranstaltungen, Theater.

Scheunen - Hotel (67 Betten in 28 Zimmern)

Synergien: "Das Besondere am Projekt ist die Vielfalt der Ideen und Initiativen, die sich unter dem Dach der Scheune begegnen."

Akteure: Verein BAB (Arbeits- und Ausbildungsinitiative Röbel e.V.). Wesentlicher Akteur: Bertold Meyer, Geschäftsführer des Vereins und Bürgermeister von Bollewick.

Kontakt: Die Scheune, Beschäftigungs- und Ausbildungszentrum Bollewick, Bertold Meyer, Tel. 039931/52009;

Ibena-ÖkologischesBildungswerk, Tel. 039931/51809

Wertung: TAT-ORTE Preis 1997, Begründung/difu: “Die Aktivitäten in Bollewick zeigen ihre Wirkung in der gesamten Region und weit darüber hinaus: Mehr als 70000 Besucher seit 1994 zeugen vom Erfolg dieses Konzepts.” " überdurchschnittliches öffentliches Interesse", "Tausende zieht es immer wieder zu den Märkten"

Tassilo Tröscher Preis 1997.

 

 

Gemeinde Brodowin

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo/; www.brodowin.de

Ort, Lage: 407 Einwohner, ca. 80 km nordöstlich von Berlin; schöne Landschaft, Biospärenreservat, Nähe zum Schiffshebewerk Niederfinow und zum Kloster Chorin

Jetzige Nutzung: Informations- und Kommunikationszentrum "Haus Pelitzwerder" eingerichtet, ständige Ausstellung "Von der Eiszeit zum Ökodorf"; Bildungsveranstaltungen zu den Themen Öko-Landbau, Umwelt- und Naturschutz sowie Ernährung..... Angebote des Ländlichen Reitvereins Brodowin und des Reiterhofes .... Gute Resonanz, inzwischen 50 private Gästebetten am Ort.

Akteure: Wurzeln des Umweltengagements in Brodowin stammen schon aus der Zeit lange vor 1989. Ökologisch orientierter Landwirtschaftsbetrieb, Verein "Öko-Dorfe.V."

Kontakt/Akteure: Gemeinde Brodowin, Bürgermeister Wolfgang Winkelmann, Telefon 033362/252

Landwirtschaftsbetrieb Brodowin, Geschäftsführer Peter Krentz, Telefon 033362/302 oder246

Öko-Dorf Brodowin e.V., Reiner Krause, Irene Richter, Telefon 033362/70686

Wertung: Tat-Orte-Preisträger 1995

 

 

Burgwald-Projekt

Quellen: LEADER Forum 3/00

Ausgangslage: Sanierungsbedürftige Aussichtswarte

Jetzige Nutzung: Warte mit Photovoltaik-Zellen von einer regionalen Firma ausgerüstet.

Akteure: Bevölkerung kann sich mit  Solarbriefen beteiligen.

Förderungen: [hier gibt es diverse Fördermöglichkeiten]

 

 

Gemeinde Donndorf

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo; Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. f. Urbanistik, 2000: Tatorte 2000.

Ort, Lage: 900 Einwohner, Nordthüringen, 20 km à Querfurt

Jetzige Nutzung: Ansiedlung von Gewerbe und Handwerk, über 400 Arbeitsplätze im Dorf erhalten oder neu geschaffen, insbes. durch örtlichen Bildungsträger (Arbeitsamtsqualifizierung) und örtl. Projektentwicklungs- und Beratungsunternehmen....

Internettreff für Jugendliche

Akteure: Gemeinde, örtlicher Bildungsträger (Arbeitsamt) und örtl. Projektentwicklungs- und Beratungsunternehmen.

Kontakt: Gemeinde Donndorf (Unstrut), Bürgermeisterin Gudrun Holbe, Kölledaer Straße 2, 06571 Donndorf, Telefon: 03 46 72 / 6 55 62

Wertung: Tat-Orte-Preisträger 1999 & 2000

 

 

Alte Brennerei Ganzlin

Quellen: www.FAL-eV.de 6/01

Ort, Lage: Kreis Parchim, ca. 5 km zu Plauer See

Ausgangslage: weitgehend ungenutztes Bahnhofsareal mit stillgelegter Schnapsbrennerei: (Ziegelbauten)

Jetzige Nutzung: Lockschuppen restauriert, Trafohaus: Tierrefugium; Schnapsbrennerei: Geschäftsstelle des FAL e.V. (siehe Ziegelei Benzin) mit Werkstätten, Ausbildungs-und Büroräumen. Wechselnde Ausstellungen, Fahrradverleih. Weiterhin werden eine Akademie für natürliches Bauen und ein Regionalmarkt entwickelt sowie eine touristische Information eingerichtet.

Synergien: s. bei Ziegelei Benzin

Akteure: Träger: FAL e.V. (näheres siehe bei Ziegelei Benzin)

Förderungen: ABM, LEADER, CONVER

Kontakt: Klaus Hirrich Tel.: 038737/20207

Wertung: s. bei Ziegelei Benzin

 

 

Stätte des lebendigen Handwerks, Großliebringen

Quellen: LEADER Forum 3/00

Ort, Lage: Gotha-Ilmkreis, Thüringen, 25 km von Erfurt, gut erreichbar, nahe einigen kleinen Städten, Klosterruine Paulinzella und deutscher Alleenstraße.

Ausgangslage: alte, stillgelegte, aber noch funktionstüchtige Dorfschmiede

Jetzige Nutzung: Werkstätte: Aussterbendes Spinnen und Weben; Frauen verkaufen die chemiefreien Schafwollprodukte (Bekleidung) auf  Bauernmärkten.

Akteure: Träger des Proj.: ein Verein (nicht näher beschr.)

Förderungen:  ABM: Projekt wurde mit arbeitslosen Frauen aus der Umgebung durchgeführt, LEADER

Wertung: "Natürlich (noch) nicht rentabel", ökonomischer Wert des Projektes ist marginal, eigentlicher Wert in sozialtherapetischer Funktion.

 

 


Gutshaus Klein-Dammerow

Quellen: ZEIT 23.5.01, www.FAL-eV.de 6/01

Ort, Lage: Kreis Parchim, ca. 15 km zu Plauer See

Ausgangslage: Gutshaus von 1892, Lehm- und Backsteinbau, denkmalgeschützt, mit großem Park

Jetzige Nutzung: Nach historischem Vorbild restauriert (Lehminnenarchitektur: Lehmputze, Lehmornamente etc.). antiquarische Inneneinrichtung.

Platz für Feste, Seminare; 6 Übernachtungszimmer; einfache Gruppenunterkunft auf dem Fachwerkboden

Synergien: siehe Ziegelei Benzin

Akteure: Träger: FAL (näheres siehe Ziegelei Benzin)

Förderungen: Sanierung kotete 1,5 Mio DM: LEADER; ABM

Kontakt: Birgit Ludwig, Tel.: 038737/20480

Wertung: (ZEIT:) „Statt sich auf den ersten Markt vorzuwagen, ist das Haus nun wieder an den Verein gegangen. ‚Die Lohnkosten sind das, was uns alles zerstört‘, sagt Frau Ludwig, die dem Gutshaus vorsteht.“, siehe desw. Ziegelei Benzin

 

 

Kunstmühle, Kleinhettstedt

Quellen: LEADER Forum 3/00

Ort, Lage: kleiner Ort, Gotha-Ilmkreis, Thüringen, ca. 25 km von Erfurt, relativ gut erreichbar, nahe einigen kleinen Städten und deutscher Alleenstraße.

Ausgangslage: großer Mühlenkomplex in Familienbesitz

Jetzige Nutzung: großzügige und preisgünstige Ferienwohnungen, Büros für Firmen, Ateliers für Kunststudenten mit ihren Lehrern von der Universität, Räume für Veranstaltungen unter Nutzung des Party-Service in Bösleben (siehe dort)

Akteure: LAG Arnstadt; Träger des Projektes: Eigentümer;

Förderungen: LEADER, Typus geförderter Einzelunternehmer

 

 

Begegnungsstätte Knau

Quellen: www.Leader2.de/projekte

Ort, Lage: Knau, 25 km nach Saalfeld, im Naturpark

Ausgangslage: Pfarrhaus mit Scheune

Jetzige Nutzung: Saniert und zu Begegnungsstätte ausgebaut:

- Treffpunkt für Vereine, Schulklassen, Chöre, Urlauber, Frauengruppen, Jugendliche und Senioren

- kreatives Arbeiten, Erlebnisgarten, kulturelle Angebote wie Laienspiele und Konzerte

Begegnungsstätte ist kulturelles und gemeinschaftliches Zentrum für den Ort Knau und dessen Umgebung geworden.

In der Scheune Räume für universelle Nutzung besonders für die Jugend. Ca. 60 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 27 Jahren treffen sich hier regelmäßig.

U.a. Musik-, Spiel- und Bastelwerkstatt. Hier wird auch Kinderchor beheimatet sein, zudem Erwachsenenbildung im Bereich Musikerziehung.

Heimat- und Traditionspflege ist große Überschrift für Aktionen des Zentrums: Bspw. Karpfenessen aus umliegenden Teichen. Bezug zu nahem Landschaftsschutzgebiet. Steinbackofen: Brotbacken zum Erntedank.

Gleichzeitig Möglichkeiten seelsorgerlicher Beratung und Begleitung.

Synergien: Zahlreiche Kooperationen mit anderen Einrichtungen, z. B. mit der Jugendherberge Plothen.

Akteure: Pfarramt Knau; SOLL e. V. (Saale, Orla, Landschaftspflege und Lernen)

Förderungen: 70-prozentige Förderung durch LEADER II, 9 ABM - Kräfte des SOLL e. V. in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde.

 

 

Ökologische Beschäftigungsinitiative Krummenhagen e.V.

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo/

Ort, Lage: 100 Einwohner, Teilort der Gemeinde Steinhagen, Kreis Nordvorpommern, durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt.

Jetzige Nutzung: ... wichtigste Elemente: Lehmbau, Denkmalpflege, ökologische Landwirtschaft, Umweltbildung, traditionelles Handwerk

Akteure: Ökologische Beschäftigungsinitiative Krummenhagen

Kontakt:  Ökologische Beschäftigungsinitiative Krummenhagene.V.-ÖBIK, Tel. 038327/60138

Wertung: TatOrte Preisträger 1995


Gut Ringhofen, bei Mühlberg

Quellen: LEADER Forum 3/00

Ort, Lage: Gotha-Ilmkreis, Thüringen, ca. 20 km von Erfurt, 12 km von Gotha, sehr gut erreichbar (Autobahn), nahe mehrerer Burgen.

Ausgangslage: Ehemaliges Klosterkammergut (Herrenhaus, Scheune, Speicher, Stallungen), gepachtet von Agrargenossenschaft (klassische Urproduktion), Gebäude leerstehend, unter Denkmalschutz, verwahrlost.

Jetzige Nutzung: Reiterhof und Pension,

Akteure: Träger des Projektes: Agrargenossenschaft; primärer Akteur ist der Chef der Genossenschaft; dieser überträgt, sobald ein Projekt  (Reiterhof, Pension) umgesetzt ist, dies an einen fachkundigen Betreiber, bindet ihn vertraglich an das Gesamtkonzept und bleibt am Erfolg beteiligt.

Förderungen: u.a. 1,4 Mio DM aus LEADER

Wertung: Aufgrund der günstigen Lage zu Erfurt bereits ausgelastet.

 

 

Reiterhöfe Landkreis Mühldorf

Quellen: http://server.zadi.de/leader2/projekte/

Ort, Lage: Landkreis Mühldorf

Jetzige Nutzung: Ca. 20 Reiterhöfe des Landkreises Mühldorf arbeiten in Wanderreitstationennetz zusammen. AG Urlaub auf dem Bauernhof und Reiterhöfe arbeiten mit Direktvemarktem zusammen um [in den Reitwegstationen] regionale Schmankerl anzubieten und bekanntzumachen.

Synergien: s.o.

Akteure: Ca. 20 Reiterhöfe des Landkreises Mühldorf, AG Urlaub auf dem Bauernhof

Förderungen: u.a. Leader

 

 

Mehrzweckhalle Oberweißbach

Quellen: www.Leader2.de/projekte

Ort, Lage: Oberweißbach

Ausgangslage: Scheune, Anfang der 60iger Jahre erbaut. Mitte der 90iger Jahre siedelten sich in unmittelbarer Nähe ein Lebensmittelmarkt, ein Getränkemarkt sowie die Naturfleisch GmbH an. Dadurch Areal um Scheune stark von Öffentlichkeit frequentiert.

Jetzige Nutzung: Halle zu einem Kommunikationszentrum für die Bevölkerung umgestaltet. Mehrzweckhalle. Zwischendecke eingezogen, Fußboden gelegt, Sanitäreinrichtungen eingebaut, Heizungsanlage installiert. Kulturveranstaltungen. Von der Bevölkerung wird die "Scheune" gut angenommen.

Akteure: LAG: Saalfeld-Rudolstadt; Verwaltung des Landwirtschaftlichen Unternehmen e.G. Oberweißbach

Förderungen: u.a. LEADER

 

 

Gemeinde Proschim

Quellen: http://members.aol.com/JKapelle/lutkidok/linnod.htm; http://home.t-online.de/ho-me/J.Kapelle/tatort.htm: Fragebogen zum TAT - Orte - Wettbewerb

Ort, Lage: Amt Welzow, Gemeinde Proschim

Jetzige Nutzung: Abgeschlosse Projekte:

*Einführung von Holzscheitvergasungsanlagen, bisher 8 Anlagen mit 20 - 30 kW, erste Anlage seit 1993 in Dauerbetrieb

*kontinuierliche Betreibung und ständige Modernisierung der Fleischverarbeitung der Ökologischen Landwirte GmbH mit Ladenbetrieb in der Stadt Welzow, Mobilverkauf auf Märkten, bei Bürgerfesten und der Betrieb einer gut angenommenen Imbißgaststätte für 30 Personen, seit 1992

*Entwicklung einer Palette " Produkte aus Proschim" mit Kräuteressig, Geschenkkarten mit ausgepreßten Blütenmaterial, Blumengebinde, ( Verkauf bei Märkten und Austellungen) à (auch) Direktvermarktung.

*Nutzung von Scheunen für die Landtechniksammlung und zur Werbung für Lein- und Hanfanbau,

Derzeit (Stand: ?) werden realisiert:

*Gestaltung eines Bürgernetzes durch Verbindung der Telestube Proschim mit INTERNET-Nutzern im Ort

Akteure: Vors. Forstbetriebsgemeinschaft, Vors. Arbeitsgruppe Dorf, Kohle und Umwelt, Geschäftsführer der Ökologischen Landwirte GmbH

 Vereine: BUND; Traditionelle Landtechnik und bäuerliche Lebensart: Übernahme von Objekten, deren Nutzung und Pflege

Landfrauenortsverband: Kräutergarten, Bildungsarbeit, Binden (z.B. Erntekrone)

Ländliche Erwachsenenbildung (LEB): Fortbildung der Erwachsenen auf politisch-rechtlichem Gebiet (z.B. Öko-Audit), kulturellem- ökologischem Gebiet

Förderungen:

 folgende Anteile insgesamt -geschätzt:

Eigenmittel 4 %

Öffentliche Mittel 6 % (u.a. Mittel der Dorferneuerung bei der Gestaltung des Dorfzentrums; direkte Fördermittel für einzelne Projekte, z.B. Windpark)

ABM 10 %

private Mittel 80 % (insbes. Leistungen der Proschimer Betriebe)

desw. umfangreiche persönliche Leistungen und Mittel bei Kräutergarten, Teichen u.a.

Kontakt: ehrenamtlicher Bürgermeister Erhard Lehmann, Tele:              (035751)-2113 privat

- 20458 incl.Fax; Gemeindeamt       ( ) - 20535

Vorsitzender BUND-Gruppe und Waldverein Johannes Kapelle, eMail: J.Kapelle@t-online.de

Vorsitzender Arbeitsgruppe Dorf, Kohle und Umwelt, Karl Domann.

 

 

GRUND GENUG e.V., Reinstädt

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo/; Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. f. Urbanistik, 1999: Tatorte 1999;  Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. F. Urbanistik, 2000: Tatorte 2000.

Ort, Lage: GRUND GENUG e.V.: Sitz in Röttelmisch; Gemeinde Reinstädt 600 Einwohner, in Seitental der Saale, Thüringen.

Ausgangslage: ‚Kemenate‘ Reinstädt: verfallenes Gebäude

Jetzige Nutzung: Netzwerk von GRUND GENUG e.V.

Regionaler Markt: Organisiert sich sowohl zwischen Erzeugern und Verbrauchern als auch zwischen den Anbietern von Waren und Dienstleistungen selbst. Von zentraler Bedeutung für das Netzwerk ist der Reinstädter Landmarkt, der 3-4mal jährlich durchgeführt wird, als regionale Leistungsschau. Der Landmarkt hat sich sehr schnell entwickelt. Er hat jeweils ca. 1.000 Besucher.

Desw. Touristische und Bildungsangebote.

Akteure: über 30 Akteure (u.a. Landwirte, Tourismusbetriebe, Bildungseinrichtungen) haben sich zum Netzwerk von GRUND GENUG e.V. (Non-Profit-Bereich) und der Interessengemeinschaft Reinstädter Landmarkt (Profit-Bereich) zusammengeschl.. Netzwerk wird durch die Gemeinde Reinstädt unterstützt.

Förderungen: Auf Maßnahme des zweiten Arbeitsmarktes wird verzichtet, um die eigenen Potentiale zu erschließen

Kontakt/Akteure: Interessengemeinschaft Reinstädter Landmarkt, Hans Joachim Petzold, Klosterweg 5, 07745 Göschitz;

Gesellschaft zur Förderung von Gemeinwesen im ländlichen Raum GRUND GENUG e.V., Telefon: 03 64 22 / 2 24 98

Gemeinde Reinstädt, Bürgermeisterin Beate Weber, Telefon: 03 64 22 / 2 25 31

Wertung: Tatorte-Preisträger 1999

 

 

Ülepüle, Retzow

Quellen: ZEIT 23.5.01, Prospekt FAL, 1996, www.FAL-eV.de 6/01, www.difu.de/publika-tionen/difu-berichte/3_98/artikel02.shtml, www.rostock.de/stadtverwaltung/vhs/fb222.asp

Ort, Lage: Kreis Parchim, ca 10 km zu Plauer See

Ausgangslage: Fachwerkhaus mittlerer Größe (Küsterhaus), denkmalgeschützt, verfallen.

Jetzige Nutzung: renoviert und umgebaut (ökologisch, mit Naturstoffen)

Leinen- und Filzmanufaktur: Verbindung von traditionellem Handwerk und modernem Design; Laden, in dem die hergestellten Produkte verkauft werden (werktägl. geöffnet); Filz-Kurse als touristisches Angebot und durchgeführt von VHS Rostock. Raum für Seminare; Führungen; dörfliche Begegnungsstätte

Synergien: siehe bei Ziegelei Benzin

Akteure:Träger: FAL e.V. (s. Ziegelei Benzin)

Förderungen: renoviert und umgebaut mit ABM-Kräften, LEADER, evtl. auch CONVER

Kontakt: Claudia Stark, Tel.: 038737/20124

Wertung: s. Ziegelei Benzin 

 

 


Stadt Schkölen

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo/; Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. f. Urbanistik, 2000: Tatorte 2000.

Ort, Lage: 1600 Einwohner, Nordosten Thüringens

Ausgangslage: (Neubau)

Jetzige Nutzung: bundesweit erstes Strohheizwerk, enstehende Asche wird den Erzeugern des Strohs zur Düngung aufs Feld gefahren; Strohlager: Vorrat für ein Jahr lagerbar. Heizwerk deckt Wärmebedarf der Stadt zu 90%.

Akteure: Strohheizwerk Schkölen GmbH; Bauern schlossen sich zu Strohliefergemeinschaft zusammen.

Kontakt: Stadt Schkölen, Telefon 036694/22313

Strohheizwerk Schkölen, HerrBienert, Telefon036694/22430

Wertung: TatOrte Preisträger 1995;  "liefert auch den Beweis für die Wirtschaftlichkeit der Biomasseverbrennung", TatOrte Nominierung 2000,

 

 

Sozio-kulturelles Zentrum für Senioren Thal

Quellen: http://server.zadi.de/leader2/projekte/

Ort, Lage: ca. 10km à Eisenach

Jetzige Nutzung: Der Verein (s. Akteure) bietet folgende Dienstleistungen an:

-Seniorenbetreuung zusätzlich zu den Leistungen der Pflegeversicherung

-organisierte Nachbarschaftshilfe

-gezielte Gesundheitsberatung

-Ausarbeitung kultureller Angebote

-Einrichtung eines Kreativ-Workshops

-Pflege des ländlichen Brauchtums.

Akteure: Verein Senioren-Service Eisenach und Umgebung e.V.

Förderungen: u.a. LEADER

Kontakt: Seniorenservice Thal, Tel. 03691/217844

Wertung: Durch diese Maßnahme konnten 2 Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

 

Festspielscheune Ulrichshusen

Quellen: www.festspiele-mv.de/programm_2001/; www.all-in-all.com/event/Festspiele_Musik-Sommer, www.svz.de/archiv/...; www.berlinonline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv

Ort, Lage: bei Waren, südlich des Malchiner Sees

Ausgangslage: Scheune (zugehörig zu Renaissance-Schloss und, 16. Jahrhundert), verfallen.

Jetzige Nutzung: u.a. Hauptspielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern,

Stand 2000 In Planung: Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer und “uriges” Restaurant

Akteure: Nachfahren der Maltzans, deren Stammsitz Ulrichshusen ist.

Förderungen: Aufbau im wesentlichen finanziert von Familie von Maltzan. Konzerte von verschiedenen Stiftungen, Vereinen, Unternehmen.

Wertung:  SVZ: "Mit seinem einmaligen Ambiente lockte das Ensemble aus Renaissance-Schloss und Festspielscheune...  zur Eröffnung der 11. Festspielsaison wieder Hunderte Musikliebhaber an."

 

 

Dorferneuerung in Unternesselbach

Quellen: www.sdf-klosterlangheim.de/ex1_3.htm Exkursion

Ort, Lage: knapp 400 Einwohner; schöne Lage; ca. 8 km à Kreisstadt Neustadt a.d. Aisch

Jetzige Nutzung: - Umbau einer Scheune zum Gemeinschaftszentrum

- Jugendinitiativen wie z.B. Open Air Konzerte

- Vernissagen in der Scheunengalerie

Umnutzung leerstehender Bausubstanz durch Handwerk und Gewerbe

Erzeugung und Selbstvermarktung landwirtschaftlicher Produkte

Wertung: Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben wie "Unser Dorf soll schöner werden", "Europa Nostra", " Bayerischer Heimatkreis"

 

 


Land in Sicht e.V., Wallmow

Quellen: www.difu.de/tatorte/projektinfo/

Ort, Lage: Ortsteil Wendtshof. Landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, nordöstliche Uckermark.

Ausgangslage: vom Verfall bedrohter Gutshofs

Jetzige Nutzung: Land in Sicht e.V. arbeitet mit Menschen, die in psychiatrischer Behandlung waren. Verein verbindet dies mit ökologischem Anspruch bei der Neugestaltung des Hofes. Außer zwei Ökolandwirtschaftsbetrieben weitere ökologisch ausgerichtete Initiativen und Betriebe angesiedelt - eine Drechslerei, eine Vollholztischlerei, die Firma Phytobacter, die Präparate für die Öko-Landwirtschaft entwickelt.

Kontakt / Akteure: Land in Sicht e.V., Sigrid Krutz, Telefon 03 98 62 / 21 45, E-Mail: land.sicht@t-online.de;

Gemeinde Wallmow, Bürgermeister Martin Rückert, Telefon 03 98 62 / 20 05

Wertung: Tat-Orte-Preisträger 1999

 

 

Erzeugung und Vermarktung Werratal

Quellen: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsches Inst. f. Urbanistik, 2000: Tatorte 2000.

Jetzige Nutzung: Der Vermarktung dienen ein Bauernmarkt, ein Logistikzentrum und ein Lager. Vermarktung vor allem regional.

Akteure: eines der größten deutschen Öko-Agrarunternehmen und sechs weitere ökol. Erzeuger und Dienstleistungsuntern. bilden Erzeugerzusammenschluss Thüringer Werratal. Vermarktung und Verarbeitung:  Ökomarkt Werratal/Thüringen GmbH & Co. KG.

Vitalität/Wertung:  Bauernmarkt und dazugeh. Einrichtungen defizitär, wenig Besucher.

 

 

Gutshaus und Kulturscheune Woldzegarten

Quellen: www.gutshof-woldzegarten.de/scheune...; www.all-in-all.com/9243.htm

Ort, Lage: Nähe Röbel, 7 km von Müritz, 4 km von Bundesstraße

Ausgangslage: Scheune eines Gutshofes, Gutshaus von Anfang 19. Jh.

Jetzige Nutzung: Gutshaus restauriert, Hotel und Tagungsstätte, Gutscheune umgebaut zur Kulturscheune mit Konzertsaal für ca. 600 Zuhörer [Dachraum der Scheune unisoliert, Ziegel sichtbar, ca. 8 m Firsthöhe, Walmdach], Förderung der Jugendorchesterarbeit, eigene Konzerte des Trägervereins sowie regelmäßiger Austragungsort für Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Regelmäßige Ausstellungen, Workshops, kulturelle Begegnungsstätte; im Kornspeicher große Ausstellungsfläche auf 2 Ebenen.

Akteure: Verein zur Förderung von Natur, Bildung und Kultur "Gutshof Woldzegarte e.V."

Förderungen / Akteure: Umbauarbeiten größtenteils privat finanziert.

Aufführungen gefördert durch verschiedene Stiftungen, Vereine etc..

 

 

Ökospeicher Wulkow

Quellen: Exkursion TU 5.12.1996; Kaether, Johann: Perspektiven der Regionalentwicklung in den ländlich peripheren Regionen im Norden Brandenburgs, 1994

Ort, Lage: ca. 200 Einwohner. Bis zur Wende stark von der Landwirtschaft geprägt, volkseigene Tierproduktionsstätte

Ca. 80 km von Berlin, ca. 10 km von Frankfurt/ Oder.

Ausgangslage: Im Ort großes Speichergebäude.

Jetzige Nutzung: Markt (im Speicher), Anbieter auf dem Markt überwiegend von außerhalb.

Kulturzentrum und Bildungsstätte. Gewerberäume, allerdings nur für Betriebe, die einen ökologischen Grundgedanken verfolgen, beispielsweise Energieberatungs- und Dienstleistungsfirma, Ingenieurbüro für Photovoltaikanlagen. Auch hier kam Interesse nur von außerhalb.

Desweiteren Schmiede, Tischlerei.

Akteure: Primärer Akteur: Käufer des Speichergebäudes aus dem Ort. Um Fördermittel akquirieren zu können, wurde der gemeinnützige Verein "Ökospeicher" gegründet.

Förderungen: ABM-Kräfte bei der Gemeinde und beim Verein Ökospeicher angesiedelt. Projektbezogene Fördermittel

Wertung: Die Betriebe tragen sich zum großen Teil selber. Aus den ABM gingen feste Arbeitsplätze in den neuen bzw. vorhandenen Gewerbetrieben hervor. In Wulkow inzwischen wieder über 80 Arbeitsplätze, in der Landwirtschaft nur noch 2.

 


Workcamps:

Quelle: www.workcamp.de/nig/2001/camp/kunst.htm

 

Bspw.:

Drochtersen-Hüll

liegt zwischen Stade (20 km) und Cuxhaven (45 km) an der Elbe;

Verein "KunstRaum... "KunstRaum" hat .... Scheune gekauft. Diese Scheune soll zu einem Kunst- und Kulturzentrum ausgebaut werden. Mit Hilfe der Workcampteilnehmer wird ein Teil des Außengeländes gestaltet. .... auch Innenausbauarbeiten. Untergebracht sind die Teilnehmer in Zelten auf dem Gelände.

 

Gosselding

Oberbayern

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Gosselding e.V. renovieren die Workcampgruppen über mehrere Jahre einen alten Einödhof, der in Zukunft als Jugend- und Tagungshaus genutzt werden soll. .... Hof selbst dient als Unterkunft.

 

 

8.3            Quellen

Architekturbüro Bartelt 2001: Kostenüberschlag Sanierung einer Scheune in 17498 Griebenow. Telefax vom 5. 12. 2001

 

Bauernverband Grimmen e.V.; Bauernverband Ribnitz-Damgarten e.V. o.J. a (~ 2000): Direktvermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte – Ausgangssituation und Perspektiven im Landkreis NVP. o.O.

 

Bauernverband Grimmen e.V. o.J. b: Direktvermarkter in Nordvorpommern. unveröff. Manuskript

 

Bauernverband Grimmen e.V. 1999: Landforum, Öko-Betriebe, Erzeugergemeinschaften. Schreiben vom 2. 8. 1999

 

Bauplanungsbüro Dreger 2001: Bauvorhaben Freiwillige Feuerwehr Griebenow. Variantenvergleich. Süderholz

 

caf/Agenda-Transfer (Hg.) 2001: Ländlicher Raum im lokalen Agenda-21-Prozess. Bonn

 

Deutsche Vernetzungsstelle LEADER II in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hg.) 1999: Nachhaltige Projektentwicklung und Finanzierungsmöglichkeiten. LEADER II-Seminar 6.-8. Oktober 1999, Ilshofen (Hohenlohe). Seminarbericht 4/1999. Frankfurt

 

GSW – Gesellschaft für Struktur- und Weiterbildungsforschung 2001: Vorschläge zur Verfahrensweise mit den ländlichen Kommunikations- und Entwicklungszentren (LKEz) und den in Griebenow vorhandenen Gebäuden. Schreiben vom 23. 7. 2001

 

Hack, Annette 1998: Thesen zur Dissertation „Möglichkeiten und Grenzen der horizontalen Kooperation bei der Vermarktung von Agrarprodukten am Beispiel von Erzeugergemeinschaften nach dem Marktstrukturgesetz in Mecklenburg-Vorpommern. unveröff. Manuskript

 

Klüter, Helmut; Heinz, Michael 2000: Planung Vorpommersches Dorfmuseum. 7 Peenetal-Gemeinden bilden ein Freilichtmuseum. unveröff. Manuskript

 

Strukturförderverein „Trebeltal“ e.V. 1999: Auswertung der Umfrage zur Errichtung eines Bauernmarktes/Bauernladens oder grünen Marktes. unveröff. Manuskript

 


Tangram Architektengemeinschaft / Wastra-Plan Ingenieurgesellschaft 1993: Griebenow. Dorferneuerungsplan. i.A. Gemeinde Griebenow. Greifswald

 

Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern 1998: Regionales Förderprogramm M-V für den 30. Rahmenplan der GA „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Anlage 2: Gemeinden in Tourismusräumen Mecklenburg-Vorpommerns. www.wm.mv-regierung.de, Stand: Juni 2001

 

 

Rechtsgrundlagen

Denkmalschutzgesetz (DSchG M-V) in der Fassung vom 6.1.1998 (GVOBl. M-V S. 13; ber. S. 247), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Dezember 1999 (GVOBl. M-V S. 644)

 

 


8.4            Ergebnisprotokoll der ersten öffentlichen Veranstaltung

Schloss Griebenow, 13. September 2001, 18.30 – 21.30 Uhr

 

8.4.1          Anmerkungen und ergänzende Vorschläge

Turmscheune

·        Bistro, Bierstube

·        Saalbetrieb für Feiern

·        Fahrradverleih

·        öffentliche Toiletten

·        Touristeninformation

·        Souvenirladen

·        Vermarktungszentrum passt nicht in den Historischen Ort

 

Freifläche vor der Turmscheune

·        Märkte

·        Dorffeste

·        Sonstige Veranstaltungen

 

Schmiede und Stellmacherei

·        nach Sanierung mit öffentlichen Mitteln Vermietung an Künstler und Kunsthandwerker

 

Stall

·        Ferienwohnungen in Verbindung mit Pferdehaltung

·        Pferdehaltung und Barocke Reitakademie verbinden

·        Pferdesportartikel

 

Remise (ehem. Feierhalle)

·        ein Betreiber für Café und Schlosscafé

 

Weitere Anregungen

·        Strohveredelung als Baumaterial

·        Wiederherstellung der Landwege entsprechend der Flurkarten (z.B. vom Bisdorfer Weg nach Dreizehnhausen)

·        Wanderwege ausweisen

·        Schnellimbiss für Radfahrer

·        Hinweisschilder zum Schloss

·        Hinweise auf Sehenswürdigkeiten aufstellen

·        Karten mit Infos aufstellen

·        Aufstellung von Bänken an besonderen Plätzen

·        Wiederaufbau der Orangerie als Außenplätze für das Schlosscafé

·        Einbeziehung Gebäude am Teich (W. Gladrow)

à Pension im Gemeindewohnhaus

à Hotel (* bis *****)

·        Kurhotel im Behindertenheim

·        Straßenbeleuchtung

·        Parkplätze

·        Koordination Schloss und Historisches Dorf wichtig für Erfolg



[1]     Architekturbüro 2001

[2]     Tangram / Wastra-Plan 1993, S. 10

[3]     vgl. Kapitel „Vorschläge für Nutzungsmöglichkeiten“, Freiwillige Feuerwehr. Der Neubau einer Feuerwehrhalle am jetzigen Standort der freiwilligen Feuerwehr würde rund DM 280.000,– kosten (Bauplanungsbüro Dreger 2001).

[4]     Schwedischer Militäratlas 1761, Preußisches Urmeßtischblatt 1836 (Gebäude auf der Ostseite) und Preußische Landesaufnahme 1885 / 1888 nach Angaben des Landschaftsarchitekturbüros Morgenstern, Greifswald.

[5]     Telefonat mit DEGES Schwerin, 19. 7. 2001

[6]     Wirtschaftsministerium 1998

[7]     Zur Unterstellung eines Pferdes werden i.d.R. DM 300,– bis DM 400,– pro Monat berechnet.

[8]     Gespräch mit Hr. Quaas, 28. 6. 2001

[9]     Hr. Krohn auf der Expertenrunde am 30. 10. 2001

[10]    Telefonat mit Hr. Pastor Bartels, 29. 6. 2001

[11]    Bauernverband 1999 und Bauernverband o.J. b. Eine weitere Übersicht über verfügbare Produkte gibt Bauernverband o.J. a

[12]    Für eine Reitakademie wären die folgenden Anlagen wünschenswert:

      - Reitplatz nach FN-Richtlinien (ca. 20 m x 60 m).

      - kleinerer Reitplatz (Longierplatz bzw. Pilarplatz) (Durchmesser 15 – 20 m); die Arbeit auf einem Pilarplatz ist sehr personalaufwendig, so dass geklärt werden muss, ob sie tatsächlich geleistet werden kann.

      - Die Insel im Schlosspark als zentraler Veranstaltungsort müsste einen zweiten Zugang erhalten.

      - Reithalle mit Reitplatz (ca. 12 m x 30 m oder 18 m x 33 m) und Tribüne; in die Tore der Turmscheune könnten (hinter die bestehenden Tore) Glasscheiben eingesetzt werden, um eine Tageslichtbeleuchtung zu erhalten.

[13]    Da es in der Gastronomie an guten Fachkräften mangelt, besitzt die Branche nur begrenzte Verarbeitungskapazitäten für anspruchsvolle Zubereitungen. Durch einen hohen Grad der Vorbereitung (Convenience) durch den Lieferanten kann dieser Engpass gemildert oder beseitigt werden.

[14]    Bauernverband o.J. a, S. 17, 20 f.

[15]    Strukturförderverein 1999

[16]    Hack 1998, Thesen 8, 10 f.

[17]    vgl. www.die-scheune.m-vp.de

[18]    Der Bau von Kutschen erfolgt derzeit im großen Stil in den alten Bundesländern. Weiterhin besteht eine große Konkurrenz aus Polen.

[19]    Der Nutzungsvorschlag „Kreatives Jugendzentrum“ wird weiter unten vorgestellt.

[20]    GSW 2001

[21]    vgl. Projekte „Jungunternehmerschule“, „GründerZEIT“, „Unterstützung bei Existenzgründungen“ und „ENIGMAH“ der deutschen Territorialen Beschäftigungspakte (www.pakte.de/htm/index3.htm)

[22]    Klüter; Heinz 2000

[23]    vgl. das Gebäude der Frischdienst Wilkens GmbH, welches auf der WebSite www.frischdienst-wilkens.de abgebildet ist.

[24]    Plan Nr. 1: Freiflächengestaltung – Festplatz Turmscheune Griebenow, Gestaltungskonzept, Maßstab 1 : 200.

      Plan Nr. 2: Freiflächengestaltung – Straßenraum Griebenow, Schnitte Straßenraum, Maßstab 1 : 50.

      Plan Nr. 3: Freiflächengestaltung – Remise bzw. Schmiede / Stellmacherei Griebenow, Maßstab 1 : 250.

[25]    Allerdings wird für dieses Gebäude zur Zeit ein Käufer gesucht, so dass mittelfristig eine Ausdehnung der Freifläche auf ihre ursprüngliche Größe denkbar wäre.

[26]    Telefonat mit Hr. Krohn, 16. 8. 2001